Sturmtief Niklas fällt Bäume im oberen Gemeindegebiet

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Mehrere umgestürzte Bäume blockierten am Dienstagmorgen die Zufahrt zum Sassenscheid.

Nachrodt-Wiblingwerde - Sturmtief Niklas hat den Sassenscheid am Dienstagmorgen mit voller Wucht erwischt. Für mehrere Stunden war die Zufahrt zum Seca-Haus aus Richtung L 692 gesperrt. Gleich mehrere Bäume waren auf die Fahrbahn gefallen, andere drohten zu folgen. Auch an anderen Stellen gab es Probleme – nicht nur im oberen Gemeindegebiet.

Von Lydia Machelett Die Freiwillige Feuerwehr war mit mehreren Fahrzeugen im Dauereinsatz. Immer wieder mussten einzelne Straßen für kurze Zeit gesperrt werden – und das obwohl die Verkehrssituation ohnehin schon angespannt war. Gerade in Nachrodt und im Bereich Veserde kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Durch die Sperrung der A45 nutzten viele Autofahrer die Ausweichstrecke durch die Doppelgemeinde. Neben den Autos passierten auch immer wieder schwere Lastwagen die engen Straßen. 40-Tonner schlängelten sich beispielsweise die Kreisstraße 24 von Hohenlimburg oder den Honsel herauf. Die Fahrer hatten sich offensichtlich auf ihre Navigationsgeräte verlassen. „Da haben wir schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das bekommen, was passieren könnte, wenn die Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord tatsächlich mal gesperrt wird“, erklärte Bürgermeisterin Birgit Tupat. Der Tag habe deutlich gezeigt, dass die schmalen Straßen schnell völlig überlastet sind.

Erschwert wurde die Situation durch die eine Sperrung im Bereich Deierte. Ein umgestürzter Baum blockierte die Fahrbahn, ein weiterer drohte ebenfalls auf die Straße zu fallen. Die Feuerwehr musste anrücken und die Straße wieder frei machen.

Zu erheblichen Behinderungen kam es auch in Nachrodt. Durch die Baustellen auf der Ehrenmalstraße und der B 236, die kurzzeitigen sturmbedingten Sperrungen einiger Nebenstraßen und die zahlreichen ortsunkundigen Autofahrer kam es zu langen Rückstaus. Auf der Bundesstraße staute sich der Verkehr zeitweise von Einsal zurück bis nach Letmathe.

Während in Nachrodt die Geduld der Passanten auf die Probe gestellt wurde, war Jochen Becker mit schwerem Gerät am Sassenscheid im Einsatz. Ein kleine Parzelle Fichten hatte dem Druck des Windes nicht mehr Stand gehalten. „Als ich alarmiert wurde, fand ich etwa zehn umgestürzte Bäume vor, die Hälfte davon lag auf der Straße“, erklärte der Lohnunternehmer. Mehr als eine Stunde brauchte er, um die Fahrbahn wieder ansatzweise passierbar zu machen. Förster Christof Schäfer machte sich vor Ort ein Bild von der Situation. „Bisher hatten wir eigentlich Glück. Das ist der einzige Bereich, den es derart erwischt hat“, sagte Schäfer. Bei dem Blick auf die Bäume, die sich auf der Straße stapelten, wurden Erinnerungen an Kyrill geweckt. „Aber es sieht so aus, als gäbe es keine weiteren großen Schäden“, betonte der Förster. Bisher seien sonst nur einzelne umgestürzte Bäume gemeldet worden, beispielsweise in Richtung Knerling.

Dennoch warnt der Experte davor, bei diesem Wetter und in den nächsten Tagen in den Wald zu gehen. Zu groß sei die Gefahr. Auch wenn das Sturmtief abziehe, sei es noch gefährlich. Denn angebrochene Äste oder Holz, das derzeit noch in anderen Bäumen festhänge, könne auf die Wege stürzen. Derzeit gehe für die Waldbesitzer, Forstbetriebe und die Mitglieder der Feuerwehr die Sicherheit auf den Straßen vor. Erst danach werde man sich um die Waldwege kümmern. „Daher noch einmal mein Appell: Im Wald hat derzeit niemand etwas zu suchen“, mahnte Schäfer.

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