Ratsherr und Bauamtsleiter streiten um Bohrungen am Friedhofsweg

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„Die Prioritätenliste ist niemals thematisiert worden“, sagt Peter Herbel (2.v.rechts).

Nachrodt-Wiblingwerde - Kurz und bündig – trotz eines riesigen Stapels Unterlagen vor sich – präsentierte Bauamtsleiter Dirk Röding während der Sitzung des Rates das längst heiß diskutierte „Straßenbauprogramm“. Erst in der vergangenen Woche hatte es Unmut rund um den Friedhofsweg gegeben. Doch: Die dringend sanierungsbedürftige Holperstrecke taucht nicht auf der Prioritätenliste auf. Mit anderen Worten. Da passiert erst einmal nichts, oder doch?

Es war ein „kleiner Fight“ zwischen Ratsherr Peter Herbel (CDU) und Bauamtsleiter Dirk Röding, bei dem Zuhörer eher erstaunt hin- und her sahen. Tiefe Gräben gibt es augenscheinlich nicht nur in der Straße selbst. Während Peter Herbel felsenfest davon überzeugt ist, dass am Friedhofsweg schon einmal Bohrungen zur Untersuchung durchgeführt wurden und dass es eine einfache Lösung („Asphaltdecke drauf und das Eis ist gelutscht“) geben kann, widerspricht die Verwaltung vehement. „Das geht nicht“, so Dirk Röding mit Blick auf den Zustand der Straße. „Wir werden uns fachlich beraten lassen“, setzte Bürgermeisterin Birgit Tupat der Diskussion ein Ende. Jetzt sollen ein Gutachten (für 4000 Euro) und Bohrungen (1000 Euro) Klarheit bringen. Sollte die Baugrunduntersuchung ergeben, dass der Friedhofsweg komplett saniert werden muss, werden die Anlieger im Rahmen einer Bürgerversammlung darüber informiert. Denn dann würden auch Kosten auf sie zukommen. Die Bachstraße, der Helbecker Weg und die Straße „Über dem Dorfe“ stehen jetzt zunächst als Sanierungsmaßnahmen an. So wünscht es sich Bauamtsleiter Dirk Röding. Der Herlsener Weg, so Röding. komme erst im kommenden Jahr zum Zug, da dann auch Wasserleitungen verlegt werden sollen. „Alles in einem Abwasch“ ist nämlich das Konzept, das sich bereits am Steinstück bewährt hat. Die Vorhaben der Gemeinde zur Sanierung von Straßen werden mit den Stadtwerken Iserlohn und Lüdenscheid besprochen, so dass eine Straße nicht mehrmals aufgerissen werden muss. Die Prioritätenliste, so sagt Peter Herbel, sei allerdings niemals thematisiert worden. Dass es während der Sitzung des Rates keinen Beschluss gab – und somit auch nicht offiziell für die Bachstraße, den Helbecker Weg und für die Straße Über dem Dorfe abgestimmt wurde, empfindet Peter Herbel als kritisch. „Was gemacht wird, muss der Planungs- und Bauausschuss verhandeln und dann der Rat beschließen. Die Verwaltung will das jetzt auf dem Obergefreiten-Schleichweg erledigen. Da bin ich mal gespannt.“

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