Graffiti-Workshop im Jugendzentrum

Nach einer rund dreistündigen Einführung nahmen die Kinder die Sprühdosen in die Hand und versuchten sich an ihren ersten Graffiti-Kunstwerken. „Gar nicht so einfach!“ mussten einige feststellen. Foto: Griese

Nachrodt-Wiblingwerde - Graffiti ist eine eigene Kunstform, im öffentlichen Raum sorgen die bunten Bildchen mitunter aber auch für Ärger. Was es aus technischer, aber auch aus rechtlicher Sicht zu beachten gibt, erfuhren Mädchen und Jungen amMontag in einem Graffiti-Workshop im Rahmen der Ferienaktionen des Jugendzentrums.

Der Dortmunder Graffiti-Spezialist Rafael Bobis führte die sieben Mädchen und Jungen in die Geschichte und Technik der Graffiti-Malerei ein. „Es gibt nichts Falsches“, ermunterte er die Kinder, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Bevor die jedoch die Spraydose in die Hand nehmen durften, klärte sie Bobis über die rechtliche Seite und über Risiken auf. „Illegales Sprühen wird mit hohen Geldstrafen und manchmal sogar mit Gefängnis bestraft“, warnte er davor, ungefragt fremde Wände mit Graffiti zu versehen. Außerdem sei es beim illegalen Sprühen schon häufiger zu Unfällen gekommen, beispielsweise, wenn Züge besprüht werden oder erwischte Sprayer weglaufen mussten. Doch es gebe auch Möglichkeiten, das Hobby ganz legal auszuüben, erfuhren die Kinder: Manche Städte geben Wände für Sprayer frei. „Und wer richtig gut ist, kann damit sogar Geld verdienen“, sagte Bobis, der selbst seit etwa 15 Jahren mit der Farbsprühdose in der Hand Kunstwerke schafft. Der Graffiti-Experte gab den Kindern auch andere wertvolle Tipps: wo sie sich Inspirationen für ihre Characters, Pieces oder Writings holen können und wo sie sich das benötigte Material beschaffen können. Auch um den Schutz der eigenen Gesundheit ging es, weshalb Bobis das Tragen von Atemschutzmasken und Handschuhen empfahl.

Dann ging es allmählich an die praktische Umsetzung. Die jungen Maler skizzierten zunächst auf einem Blatt Papier, was sie später mit der Sprühdose auf große Papptafeln bringen wollten. Rafael Bobis animierte sie, ihren Namen oder ein anderes Wort auszuwählen und die einzelnen Buchstaben mit Fantasie zu variieren oder in Symbolen, Logos und Zeichen einzubetten. Dabei kamen schon kleine Kunstwerke zustande. Dass es nicht ganz so einfach ist, die Skizze anschließend auch mit der Sprühdose umzusetzen, fanden die Kinder schnell heraus. Bobis half wieder mit kleinen Tipps weiter: Beim Sprühen möglichst den ganzen Körper mitbewegen, die Outlines, also schwarze Umrisse, noch einmal ganz zum Schluss nachziehen und so weiter. Mit den ersten Ergebnissen seiner Schützlinge war Bobis anschließend ganz zufrieden“ „Wer weiß, vielleicht entwickelt sich hier noch ein richtiger Graffiti-Künstler“, sagte er.

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