Arbeitskreis Flüchtlingshilfe sucht Deutschlehrer

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Im Begegnungscafé können auch ganz junge Flüchtlinge die ersten Kontakte zu Einheimischen knüpfen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Flüchtlinge in der Doppelgemeinde kommen im Begegnungscafés gern mit Bürgern ins Gespräch.  Die meisten Gespräche finden in Englisch statt. Deshalb sucht der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Menschen, die sich zutrauen, den Asylsuchenden Deutsch beizubringen.

Wilfried Alberts, Mitglied des Dreiergremiums, weiß, warum es wichtig wäre, dass die Migranten so schnell wie möglich Deutsch lernen: „Amtssprache in der Ausländerbehörde ist Deutsch. Dort finden auch die Belehrungen statt und die Menschen verstehen nichts bis wenig von dem, was ihnen dort mitgeteilt wird.“ Es sind aber nicht nur diese wichtigen Informationen, die unverstanden bleiben. Auch Konversation im Alltag muss sein, angefangen beim Einkauf bis hin zum Lösen einer Busfahrkarte.

Das Problem ist: „Deutschkurse werden erst genehmigt, wenn amtlich bestätigt ist, dass die Flüchtlinge bleiben können“, erklärt Wilfried Alberts. Der Arbeitskreis will sich aber auch für Menschen mit ungeklärtem Status stark machen. „Schließlich sind sie jetzt hier und müssen klarkommen“, begründet Alberts. Deshalb werden auch Bürger gesucht, die Alltagskompetenzen stärken können. „Idealerweise in Form einer Patenschaft“, erklärt Alberts.

Paten könnten leichter gefunden werden, als ehrenamtliche Deutschlehrer. Sie wären Ansprechpartner, könnten Behördengänge begleiten, Alltagshilfe leisten. Bürger, die sich die persönliche Unterstützung nicht zutrauen, können Geld- und Sachspenden leisten. Gebraucht wird zum Beispiel Kochgeschirr. Aber auch Kleidung und Schuhe für Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren und Bettwäsche wird benötigt. „Und Fahrkarten“, betont Wilfried Alberts. Vergünstigte Sozialtickets bietet die MVG den Flüchtlingen im Märkischen Kreis nicht an. Manche von ihnen konnten zwar in Altena einen Platz in einem Deutschkurs im Stellwerk ergattern. „Die einfache Fahrt im Bus kostet aber drei Euro. In Anbetracht des geringen Barbetrags, der pro Kopf zur Verfügung steht, ist das viel Geld”, gibt Alberts zu bedenken. Um es Menschen, die helfen wollen, einfacher zu machen, will der Arbeitskreis einen gemeinnützigen Verein gründen, der auch Spendenquittungen ausstellen kann.

Das Begegnungscafé, das immer am ersten Donnerstag im Monat stattfindet, ist eine ideale Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Im Haus Hagener Straße 96 findet dieser lockere Treff statt. Ab 16 Uhr gibt es Getränke und Snacks – und für Kinder eine Spielecke. Auch die jüngsten Flüchtlinge freuen sich darüber, Bekanntschaften mit jungen Einheimischen zu machen. Zwei von ihnen werden in wenigen Tagen eingeschult und können gute Freunde für ihren neuen Lebensabschnitt gut gebrauchen.

Wilfried Alberts (Tel. 0 163/6 38 15 65) und Susanne Jakoby (Tel. 0 160/94 40 65 28) stehen als Ansprechpartner zur Verfügung für Bürger, die sich engagieren möchten. „Das Engagement sollte auch bürgerschaftlich sein“, betont Alberts. Dass Flüchtlingshilfe für institutionelle Werbung oder parteipolitischen Wahlkampf instrumentalisiert wird, möchte der Arbeitskreis nicht. „Wer hier mitmacht, tut es aus seiner eigenen Überzeugung heraus“, sagen die Arbeitskreis-Mitglieder.

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