SPD-Ratsherr beim Jugendforum in Berlin

Aykut Aggül traf während des Jugendforums auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Nachrodt-Wiblingwerde -„Teilhabe für alle!” - das ist Aykut Aggüls erklärtes Ziel in der Flüchtlingspolitik. Der junge SPD-Ratsherr nahm jetzt am Jugendforum Zukunft der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin teil.

Die SPD-Fraktion hatte 100 ehemalige Bundestags-Hospitanten im Alter von 18 bis 25 Jahren eingeladen, um Ideen zum Thema „,Neue Gerechtigkeit” zu sammeln.

Deutschland wird sich neu aufstellen müssen. Das hat die Bundestagsfraktion in ihrem Integrationskonzept verfasst und sucht auch bei jungen wahlberechtigten Bürgern nach Ideen zur Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen.

„Es gibt nach wie vor Streitpunkte”, erklärt Aykut Aggül, der sich spontan der Arbeitsgruppe „Asyl“ unter der Leitung von MdB Karemba Diaby angeschlossen hatte. Diskussionsthema unter den 25 Gruppenmitgliedern waren unter anderem Kriterien für berechtigte Asylanträge. „Da ist die Frage aufgekommen, ob allein das Argument, von Gewalt und Verfolgung bedroht zu sein, schon ausreicht, Asyl zu beantragen. Ich persönlich sehe Bedrohung als Asylkriterium. Ein Mensch muss nicht erst gelitten haben, um Asyl beantragen zu dürfen.”

Der Flüchtlingsstrom beschäftigt Aykut Aggül auch in seiner Heimatgemeinde. „Auch bei uns in Nachrodt leben jetzt Menschen, die überhaupt nicht wissen, wie es mit ihnen weitergehen wird. Aber sie sind jetzt da. Bleiberechtsverfahren dauern Monate und in dieser Zwischenzeit werden oft keine Deutschkurse bewilligt, die aber dringend nötig wären, damit die Flüchtlinge ihre Anliegen überhaupt vortragen können. Das muss sich auf jeden Fall ändern”, erklärt Aykut Aggül. Neue Gerechtigkeit, das bedeutet für ihn zunächst Teilhabe für jeden. Die Möglichkeit, Sprachkenntnisse zu erwerben, steht da an erster Stelle. „Ob jeder Hilfesuchende am Ende bei uns bleiben kann oder möchte, sollte da vorerst keine Rolle spielen.”

SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Oppermann, der zum Jugendforum eingeladen hatte, will die Diskussionsergebnisse innerhalb der Fraktion einbringen. Neben Asyl waren Einwanderung, Aufenthalt in Deutschland, Bildung und doppelte Staatsbürgerschaft Themen des Tages. „Die Frage an uns junge Leute war, was die Politik tun kann, um neue Gerechtigkeit zu schaffen. Ich finde, sie muss ins Miteinander investieren.”

Aykut Aggül spricht sich dafür aus, bereits gut integrierte, gesellschaftlich und beruflich erfolgreiche Flüchtlinge in die Schulen zu schicken. „Junge Leute könnten so lernen, was es braucht, um sich ein neues Leben in der Fremde aufzubauen.”

Dass das nicht einfach ist, hat schon sein Großvater, der einst als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kam, erfahren. „Mein Vater kam dann mit sechs Jahren nach Deutschland. Die Sprache hat er in der Nachbarschaft in der Hagener Straße gelernt. Meiner Mutter, die später mit 19 Jahren aus der Türkei nach Nachrodt kam, fiel es als junger Frau fern der Heimat schon viel schwerer, sich zurechtzufinden. Es ging nur mit Hilfe aus dem direkten nachbarschaftlichen Umfeld. Deshalb sehe ich Integration als gesellschaftliche Aufgabe an.”

Dass viele Menschen aus der Bevölkerung auch Besorgnis und Ängste äußern, ist Aykut Aggül bewusst. „Denen möchte ich ans Herz legen, zu den Begegnungscafés zu kommen oder mal bei den neuen Nachbarn zu klingeln. Dann kann man sich ein Urteil bilden.“

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