Von Kreis und Landessportbund gefördert

Flüchtlinge erwerben Seepferdchen

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Kinder lernen Schwimmen - einige legen schon die Seepferdchen-Prüfung ab.

Nachrodt-Wiblingwerde - Wie lebensgefährlich die Flucht aus den Krisenstaaten über den Seeweg gewesen sein muss, zeigt sich an der neusten Entwicklung im Gartenhallenbad. 23 Männer und 19 Frauen nehmen dort aktuell an den Schwimmkursen für Flüchtlinge teil.

Auch Jugendliche und Erwachsene, die nicht aus Nachrodt stammen, zieht es zum Schwimmen lernen ins Gartenhallenbad.

Sabine Karisch vom Betreiberverein Bürgerbad hat dafür Mittel beim Kreis- und Landessportbund bekommen. Waren Schwimmkurse für Erwachsene bislang nur zäh voll zu kriegen, ist die Nachfrage seit der Einrichtung der Flüchtlingsschwimmkurse enorm gestiegen. 

"Zu uns kommen übrigens nicht nur Nachrodter, sondern auch Menschen aus den umliegenden Kommunen", erklärt Sabine Karisch. Sie hat wenig frequentierte Badezeiten im Becken zu Kurszeiten umfunktioniert. Montags und mittwochs lernen nun von 8 bis 10 Uhr die Frauen die tragenden Eigenschaften des Elements kennen, dienstags und freitags kommen zur gleichen Zeit die Männer. 

"Es ist richtig gut gelaufen", freut sich Sabine Karisch, die sich bewusst für geschlechtergetrennten Unterricht entschieden hat, um mögliche religiöse Konflikte zu vermeiden. "Und so haben wir auch die Anschaffungskosten für Burkinis gespart", berichtet sie lachend. 

Nach den ersten Erfolgen – manche haben schon das Seepferdchenabzeichen – ist nun ein erwünschter Effekt eingetreten: Die Furcht vorm Wasser ist gewichen, der Spaß am Schwimmen da. "Die ersten haben nun nach den regulären Badezeiten gefragt und möchten am Familienbad teilnehmen. Wir gewinnen Kundschaft, die den Erhalt des Bads voran bringt und bauen Berührungsängste ab", freut sich die Vereinsvorsitzende.

Gelernt haben die Teilnehmer nicht nur das Schwimmen, sondern auch Bade- und Hygieneregeln und die Kleiderordnung im Gartenhallenbad. Dass die Frauen und Männer Spaß am Schwimmen bekommen haben, ist ein positiver Nebeneffekt für Sabine Karisch. "Uns war erstmal wichtig, dass die Leute überhaupt schwimmen können. Nicht nur um ihretwillen, sondern auch wegen der Kinder. Man muss sich nur mal vorstellen, dass eins beim Spielen in die Lenne fällt und Mama und Papa nicht helfen können…"

Dieser Intention sind auch die Sportbünde gefolgt. Jüngst schaute KSB-Referent Nicolaus Dahlmann in Nachrodt vorbei. Er ist für den Fachbereich "Integration durch Sport" zuständig und war von den schnellen Erfolgen der Flüchtlinge sehr angetan.

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