Licht aus, Spot an: 20 Strahler für das Gartenhallenbad

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Kein Wasser im Becken: Das Gartenhallenbad wird gerade ronoviert

Nachrodt-Wiblingwerde -  Licht aus, Spot an. Ein bisschen wie ein Flutlichtstadion kommt das Gartenhallenbad daher: 20 nagelneue Strahler gibt es an der Wand. Die Leuchtstoffröhren, einst an der Decke, sind verschwunden. „Wir können die Strahler aber zu- oder wegschalten“, verspricht Sabine Karisch, erste Vorsitzende des Trägervereins Gartenhallenbad, eine angenehme Beleuchtung. Renovierungs- und Grundreinigungsarbeiten stehen gerade an.

Merkwürdig sieht das leere Becken aus. Das Wasser ist abgelassen. 365 Kubikmeter flossen sieben Stunden hinaus – „und spülte uns schön die Kanäle der Gemeinde“, schmunzelt die erste Vorsitzende des Trägervereins. So kann das komplette Becken von innen gereinigt und desinfiziert, die Fugen nachgeprüft, die Rinne gesäubert werden. Und dann kann Wasser wieder hinein – benötigt dann aber, weil es über einen Wärmetauscher vorgewärmt wird, etwa 14 Stunden. Ist das Becken gefüllt, wird das Wasser wieder aufbereitet. „Erst wenn die Wasserqualität erreicht ist, können wir wieder eröffnen“, erklärt Sabine Karisch. Der PH-Wert wird von den Stadtwerken nachgeprüft.

Bis jetzt hat alles gut geklappt. Die abgehängte Decke wurde überprüft und für gut befunden. Die Deckenlampen mussten demontiert werden, weil sie mehr als in die Jahre gekommen waren. Und natürlich muss ein Bad nach den neuesten Vorschriften ausgeleuchtet sein. „Man soll das Becken beispielsweise bis unten sehen können. Das wird für unsere Gäste sicher erst einmal fremd sein“, weiß Sabine Karisch. „Aber wir werden natürlich versuchen, die Strahler so einzustellen, dass sie nicht blenden.“

50000 Euro kostet die Grundreinigung und Renovierung allemal. Lüftungsgitter, Lampen, Wände, Böden: Das Team arbeitet sich von oben nach unten. Und auch die Dehnungsfugen in den Duschkabinen mussten unter anderem erneuert werden, weil sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit auch Schimmel bilden konnte. „Das ist aber ganz normaler Befall“, erklärt Sabine Karisch.

 Zudem mussten sämtliche Duscharmaturen erneut werden, weil sie marode waren. Die Druckknöpfe blieben durch jahrelanges Betätigen immer hängen, so dass „ich dann in den Keller rennen musste, um das Wasser abzudrehen“, erzählt Sabine Karisch. Die Drückknöpfe würden zwar Wasser sparen, seien aber sehr anfällig. „Da investieren wir jetzt“.

Neue Bänke für die Umkleidekabinen gibt es auch. Eine uralte Bank aus den Anfängen des Bades musste ‘rausgemeißelt werden. Sie war an den Fliesen festgeschraubt. „Leider aber auch am Heizungsrohr. Da haben wir jetzt ein Leck.“ Und dann gibt es noch die sogenannten Luftduschen, also die Föhns. „Da war schon lange einer defekt.“ Auf der Suche nach einem Ersatzteil ist Sabine Karisch in der Schweiz fündig geworden.

Tätig waren und sind in diesen Tagen die Mitarbeiter von Fliesen Kreuder, Sanitär Fischer und Elektro Kayser. Zudem helfen der „alte Bademeister“ Jochen Seckelmann, Edith Hammerschmidt und Petra Löber. „Wir benötigen unbedingt junge Leute, weil viele ältere aus Krankheits- oder Altersgründen nicht mehr können“, hofft Sabine Karisch auf weitere Unterstützung.

 Vielleicht kann das Gartenhallenbad Ende nächster Woche eröffnet werden. Vielleicht. „Jeder Tag zählt, an dem das Bad geöffnet ist“, sagt Sabine Karisch. Sie erzählt von Bürgern, die schon als Kinder zum Schwimmen gekommen sind, und jetzt ihre Enkelkinder begleiten. Viele hängen am Gartenbad.

Aber Sabine Karisch ist auch Realistin: „Ohne die 80000 Euro Betriebskostenzuschuss der Gemeinde könnten wir nicht überleben.“ TuS und DLRG unterstützen den Förderverein, in dem sie für die Hallennutzung bezahlen. „Die DLRG bildet auch unsere Rettungsschwimmer aus.“ Eine Kooperation gibt es mit der Sekundarschule. „Der offene Ganztag kommt hierhin zum Schwimmen.“ Und für die Zukunft ist für die Kinder Aquajogging geplant.

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