Lebhafter Politik-Talk im Café Klunterbunt / Fragen der Bürger im Mittelpunkt

Windkraft und was den Bürgern sonst noch stinkt

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Sebastian Brinker, Hans-Jürgen Hohage, Susanne Jakoby und Kathrin Püschel (v.l.) stellten sich den Fragen der Bürger im Café Klunterbunt. Die Diskussion unter Moderation von Norbert Grebe war lebhaft und fair.

Nachrodt-Wiblingwerde - Mehr Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl der Ortsteile Nachrodt und Wiblingwerde ist von Bürgern gewünscht. Das hat Norbert Grebe als Mitbetreiber des Cafés Klunterbunt erkannt und auf die Themeliste für den ersten politischen Diskussionsabend in Rennerde auf die Agenda gesetzt. Auch, warum manche Gemeinschaftsaktion scheitert, konnte erörtert werden.

Die gemeinschaftliche Reinigungsaktion der Ortsteile war wieder ein typisches Beispiel: Beim Abschlussgrillen fehlten die Wiblingwerder zu großen Teilen am Holensiepen.

„Das hat nichts mit mangelnder Wertschätzung für die Sache zu tun“, erklärte Jörg Grote in seiner Funktion als Bürger und Vorsitzender des TV Wiblingwerde. „Wir haben mitgemacht. Das haben wir auch gerne getan. Aber sich dann noch mal aufraffen und mit dem Auto für ein Bratwürstchen loszufahren, das lohnt für viele einfach nicht.“

Es sei nicht so, dass sich die Wiblingwerder rar machen wollten bei Großveranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt. „Man muss aber auch verstehen: Die Aktivitäten der Vereine im Höhendorf werden dort auch nur von wenigen Schultern getragen. Hinzukommt, dass das Vereinsrecht den Funktionären immer mehr Dinge aufbürdet. An einer Stelle muss man einen Schlussstrich ziehen.“

Den letzten Satz richtete Grote an die geladenen Vertreter des Gemeinderats: Rede und Antwort standen Kathrin Püschel (CDU), Susanne Jakoby (SPD), Hans-Jürgen Hohage (UWG) und Sebastian Brinker (CDU). Sie lauschten mit Interesse den Ärgernissen und Anregungen der kleinen Bürgerrunde, die sich gern zu den vorgegebenen Themen Windenergie, Umwelt und dem Zusammengehörigkeitsgefühl äußerten.

Die Windkraft-Vorrangzone, mangels gültigem Landeserlass derzeit im Stillstand, ist noch immer ein Aufreger-Thema. Auch die Politiker sind nicht begeistert: „Wir sollen unsere Landschaft verschandeln, während vor Borkum stillstehende Offshore-Anlagen mit Landstrom vor dem Rosten bewahrt werden müssen“, brachte es Susanne Jakoby auf den Punkt. Ein gemeinsames Schreiben aller Ratsfraktionen an die zuständigen Landes-Ministerien, das die lokale Problematik schildere, sei kürzlich erst rausgegangen. Ein Veserder Bürger wünschte, die Fraktions-Kontakte bis zur Bundesebene auszureizen, um die lokale Brisanz des Themas und auch die Ineffizienz von Windenergie zu verdeutlichen.

Ein Thema, das Bürgern buchstäblich stinkt, ist die Güllepolitik. Hans-Jürgen Hohage, selbst Landwirt, könnte sich bei besser geregelten Ausfahrzeiten vorstellen, das das Problem einzudämmen sei. „Darüber darf ich aber nicht bestimmen.“

Landwirtschaft ohne Gülle funktioniere nicht bei Höfen, die überleben wollten. Verstärkte Freilandhaltung sei zudem keine umweltschonendere und auch keine wirtschaftlichere Alternative. „An der Schraube drehen könnte nur der Verbraucher“, so Hohage. „Alle können durch ihr verändertes Einkaufsverhalten dazu beitragen, dass das Land Gesetze ändern muss!“

- iho

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