Begehung der Straßen und eine unendliche Geschichte

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Die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses besichtigten einige Nachrodt-Wiblingwerder Straßen  - natürlich auch den Friedhofsweg.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Sie sind alle gut zu Fuß. Das steht auf jeden Fall fest. Berg rauf und Berg runter marschierten die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses – verzichteten aber auf einen Abstecher nach Wiblingwerde. Der soll nach den Sommerferien anstehen. Jetzt schauten sich die Kommunalpolitiker unter dem Vorsitz von Gerd Schröder und mit Bauamtsleiter Dirk Röding zum Thema „Straßenbauprogramm“ einige Straßen in Nachrodt an – darunter natürlich den Friedhofsweg, der wieder einmal in aller Munde war.

 Treffen war am Helbecker Weg. Ursprünglich war dort geplant, vier Zentimeter der Asphaltdecke abzufräsen und eine neue Verschleißdecke aufzubringen. „Aber die Asphaltdecke ist an mehreren Stellen zu schwach“, so Bauamtsleiter Dirk Röding, der sodann versucht hat, ein alternatives Verfahren zu finden.

Es gibt, so erklärte Röding, die Möglichkeit, einen Dünnschichtbelag aufzubringen. Das ist Splitt vermischt mit Bitumen – einen Zentimeter dick. „Problematisch ist aber, dass wir ein Tagesequipment von 2500 Quadratmetern abnehmen müssen und dafür reicht der Helbecker Weg nicht aus.“ Und so könnten nach Ansicht von Dirk Röding auch die Geschwister-Scholl-Straße, der Schubertweg, der Beethovenweg und die Straße Am Lohhagen mit diesem Verfahren saniert werden.

 „Ich halte das für sinnvoll“, so Röding. Die Bedenken von Hans-Jürgen Hohage (UWG), dass man mit solch einem Verfahren schlechte Erfahrungen (am Kolping bis nach Brenscheid) gemacht habe, wollte Dirk Röding gern zerstreuen. Denn: Das war damals nur eine Oberflächenbehandlung, wobei der Splitt oben auflag und mitunter durch die Gegend flog. Das jetzt angedachte Vorhaben könne man sich zum Beispiel in Oestrich anschauen.

Während der Sitzung des Rates am kommenden Montag wird es – höchstwahrscheinlich – eine Zustimmung für dieses Straßen-Projekt geben.

Und dann kam sie natürlich, die etwas leidige Debatte: Ist der Friedhofsweg die schlechteste Straße in ganz Nachrodt-Wiblingwerde? Vor Ort sah es eigentlich nicht so aus, als könnte der Friedhofsweg alles Furchtbare in den Schatten stellen. Die Mitglieder von SPD und UWG finden, dass es schlimmere Zustände gibt. Peter Herbel (CDU) ist dagegen anderer Meinung – und hat sich bei diesem Thema etwas festgebissen.

 Er bleibt bei seiner Einschätzung, dass der Friedhofsweg mit einfachen Mitteln saniert werden könnte. „Aber offensichtlich müssen Sie erst einmal umfangreiche Untersuchungen anstellen, um überhaupt tätig zu werden. Ich verstehe nicht, dass erst einmal 5000 Euro ausgeben werden, um zu testen, ob eine einfache Sanierung möglich ist oder nicht“, wetterte Peter Herbel direkt an Bauamtsleiter Dirk Röding. Und setzte noch nach: „Wer hat Sie beauftragt, 5000 Euro auszugeben?“ Zudem habe es bereits eine Untersuchung am Friedhofsweg gegeben – „aber davon haben wir nie etwas erfahren. Da muss es doch Unterlagen geben.“

Die gibt es, wie Dirk Röding sagt. Und gerade weil man unterschiedliche Auffassung über den Zustand der Straße sei, sei es notwendig gewesen, eine neutrale Seite mit der Untersuchung des Friedhofsweges – besonders mit dem Unterbau der Straße zu beauftragen. Nur: Das Gutachten liegt noch nicht vor. „Wie lange brauchen Sie denn dafür?“, bohrte der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende nach. „Ob wir das jetzt machen oder in drei Jahren. Das verändert den Sanierungsaufwand nicht“, findet Matthias Lohmann (SPD). „Mir wäre wohler, wenn wir ein Sanierungskonzept hätten und die Maßnahme so formulieren, dass die Bürger nicht für die Bausünden der Vergangenheit bezahlen. Das ist damals nicht ordentlich gemacht worden“, so Lohmann.

Auch Peter Herbel hat „wenig Interesse daran, die Anwohner zu belasten.“ Die UWG-Fraktion – Petra Triches und Hans-Jürgen Hohage – verstehen nicht wirklich, warum der Friedhofsweg so im Mittelpunkt steht. „Es gibt Straßen, die viel schlimmer sind.“ Fakt ist: Man muss das Gutachten zum Friedhofsweg abwarten. Dass in diesem Jahr etwas passiert, ist unwahrscheinlich. „Wir werden uns im nächsten Jahr explizit um den Friedhofsweg kümmern“, versprach Bürgermeisterin Birgit Tupat.

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