Sportausschuss: Peter Joergens "auf Krawall gebürstet"

Sportausschuss: Peter Joergens "auf Krawall gebürstet"

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Die Mitglieder des Sportauasschusses sahen sich in der Sporthalle Wiblingwerde um.

Nachrodt-Wiblingwerde - Er war auf Krawall gebürstet. Zumindest könnte man genau dies glauben. Wer aber Peter Joergens kennt, der weiß, dass er einfach nur kein Blatt vor den Mund genommen hat, dass sein Unmut ein wenig aus ihm herausgesprudelt ist.

Während der Sitzung des Sportausschusses machte der UWG'ler deutlich, was er von der Schließanlage des Wilhelm-Mestekämper-Stadions hält: nämlich gar nichts. "Zwei Kinder stehen im Stadion, fünf davor. Sie gucken über den Zaun und dürfen nicht mitspielen", so Peter Joergens. "Wir haben das Stadion für Kinder gebaut und schotten es ab. Es ist eine der schönsten Sportanlagen im Kreis und wird nicht mit Leben gefüllt." Bürgermeisterin Birgit Tupat verteidigte das Chip-gesicherte Stadion. "Bei der Entscheidung für die Schließanlage ging es besonders darum, dass die Sportvereine Gebühren zahlen, während andere Bürger dort Sport treiben könnten und würden, die dann nichts bezahlen." Kinder, die Fußball spielen wollen, könnten, so die Bürgermeisterin, den Bolzplatz keine 100 Meter entfernt nutzen. Zudem habe man im Wilhelm-Mestekämper Stadion auf dem Kunstrasen und der Laufbahn Scherben gefunden, aber niemand sei es je gewesen. 80 Schlüssel hat die Gemeinde insgesamt für den Eintritt ins Stadion verkauft - 42 an Privatpersonen, 38 an Vereine. Keine Frage, dass sodann die nächste Diskussion entfachte. "Ich bin Übungsleiter und habe einen Chip. Kann ich dann meine ganze Verwandtschaft mit ins Stadion nehmen? ", provozierte Peter Joergens.

Provokation

 "Der Vereinschip gehört dem Verein. Wenn der das gestattet", warf Bürgermeisterin Tupat den Ball zurück. Und erklärte sodann, dass der, der den Chip kauft, auch für die Aufsicht verantwortlich ist. Und obwohl kein Verwaltungsmitarbeiter vor Ort ist, kann die Gemeinde sehen, wer wann den Chip benutzt hat. "Den Chip können wir auslesen", so Tupat. Apropos Stadion: Nachdem das Vereinsheim der Sportvereinigung fertig gestellt ist, muss rechts vom Eingang ein neuer Zaun hin - und ebenso eine Tür. "Wir müssen uns daran beteiligen und wollen das auch tun", so Peter Krummenerl, erster Vorsitzender der SpVgg Nachrodt, der im Rahmen von "Anfragen und Anregungen der Bürger" während der Sitzung des Sportausschusses in der Lennehalle die Gelegenheit nutzte, sein Anliegen vorzutragen. Denn: Die Tür soll 320 Euro, das passende Schloss dazu 788 Euro kosten. "Geht das nicht mit einem Schließzylinder? Das wäre dann wesentlich billiger", so Krummenerl, der aber auf taube Ohren stieß.

Vereinsheim

Denn: "Wenn das Vereinsheim geöffnet ist, könnte der Zugang nicht mehr kontrolliert werden", erklärte Bauamtsleiter Dirk Röding. Da das Haupttor mit einem Chip gesichert sei, könne man sonst ohne Probleme durch die andere Tür. Ein entsprechendes Schloss sei notwendig. Ob es dagegen notwendig ist, dass jede Schule, jede Klasse, jeder Verein seinen eigenen Schrank in der Lennehalle besitzt, wo Sportutensilien aufbewahrt werden, ist eine Frage, die noch nicht geklärt ist. Und wieder war es Peter Joergens, der im Rahmen der Begehung der Sportplätze, die vor der Sitzung stattfand, genau dies bemängelte. "Es gibt zum Beispiel insgesamt 40 Gymastikbälle. So groß ist keine Gruppe", plädiert Joergens für Sportgerätschaften, die gemeinsam genutzt werden. "Und dann ist der Übungsleiter dafür verantwortlich, dass nichts wegkommt", so Joergens. Bürgermeisterin Birgit Tupat findet, dass sich das System bewährt hat - "und ich kenne eigentlich keinen, der sich darüber beschwert."

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