102 "alte Schätzchen" kommen zum Schlosshotel  

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Sven Plag und Jessica Müller nahmen mit ihrem Käfer von 1979 am Oldtimer-Treffen teil.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - „Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - ein Auto braucht Liebe“, hat Rallye-Fahrer Walter Röhrl einmal gesagt – und hätte am Pfingstmontag seine Freude gehabt. Denn gehegt und gepflegt und mit Liebe präsentiert waren die Schönheiten auf vier Rädern allemal, die am Schlosshotel Holzrichter zu bewundern waren. Wenn denn jemand gekommen wäre. Aber der Zuschauer-Andrang hielt sich bei der 5. Oldtimerfahrt des Märkischen Automobil Clubs in Grenzen.

Start und Ziel für die Besitzer der 102 Oldtimer – bis einschließlich Baujahr 1991 – war das Schlosshotel Holzrichter. Eine idyllische Umgebung, ein perfekter Gastgeber und halbwegs trockenes Wetter: „Das Resümee ist durchweg positiv“, schwärmt Timo Goldau, sportlicher Leiter des Märkischen Automobilclubs (MAC).

Der riesige schwarze Truck – ebenfalls eine Augenweide – der als Pannenfahrzeug bereit stand, musste nicht auf die Strecke geschickt werden: keine Ausfälle, keine Unfälle. Sven Plag hatte seinen Porsche aus dem Jahr 1984 schon vor der Veranstaltung in den Graben gesetzt – und kam stattdessen mit einem Käfer aus dem Jahr 1979.

Überhaupt war durchaus der eine oder andere Käfer zu bestaunen – um genau zu sein: Sieben Käfer (Baujahr 1967 bis 1979) kamen als Lieblingsauto der Deutschen mit dem kehligen Rasseln des Motors im Heck nach Veserde. Doch Oldtimer sind markenübergreifend. Es sind eher ganz persönliche Dinge, die Oldtimer-Besitzer mit ihrem Gefährt verbinden: das erste Auto des Opas zum Beispiel. Gesamtsieger bei der 5. MAC-Oldtimerfahrt wurde Rainer Kurth, der mit seinem Sohn Jacob und den Töchtern Jule und Lena die 170-Kilometer-Tour mit Bravour meisterte. Die Familie war mit einem Mercedes Benz W 111 aus dem Jahr 1964 unterwegs und war von der Route angetan.

Der Rombergpark, das Dortmunder U, der Hafen, Zeche Zollern und das Schloss Bladenhorst waren einige Ziele auf der interessanten Entdeckungsfahrt, die sich besonders um das Thema „Industriekultur“ drehte. Übrigens: Der Sonderpreis für das „älteste Schätzchen“ ging an Dietmar Millhoff für seinen BMW 326 aus dem Jahr 1937.

Dass nur wenig Zuschauer am Schlosshotel die „Zeitgeschichte auf vier Rädern“ miterlebten, findet Timo Goldau für die erste Veranstaltung auf den Höhen der Doppelgemeinde nicht wirklich tragisch.

„Aber das nächste Mal wollen wir eine große Wiese nutzen, damit auch Platz für die Zuschauer ist“, hat er mit Thomas Holzrichter schon Pläne für die Veranstaltung in zwei Jahren.

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