Förderverein für das Jugendzentrum gegründet

Regina und Marcus Tesmer zählen zu den wenigen Nachrodter Bürgern, die sich aktiv in der Bürgerinitiative für die Nachrodter Kurve stark machen und auch in den Verein eingetreten sind.

Nachrodt-Wiblingwerde - Mit den Linken will sich eine Kreistagsfraktion mehr für das Jugendzentrum Nachrodter Kurve stark machen. Zur Arbeitskreissitzung am Freitag stießen Josef Fillipek und der sachkundige Bürger Thorsten Lang dazu. Die Initiative will das Jugendamt des Märkischen Kreises an seine Pflichten erinnern. Die Grünen haben schon einen entsprechenden Antrag gestellt.

Sylvia Olbrich, bislang Sprecherin der Initiative zum Erhalt der Nachrodter Kurve, begrüßte die Teilnehmer in der Rastatt in ihrer neuen Funktion als Vorsitzende des Fördervereins für das Jugendzentrum. Er hatte sich am Freitag gegründet und wird von einer Doppelspitze im Vorstand angeführt. Ingo Graetz ist zweiter Vorsitzender, mit dem Olbrich gleichberechtigt die Vereinsgeschicke anleiten möchte. Stefan Dresel führt die Kasse, Marcus Tesmer ist Schriftführer. Patrick Hülle wurde zum Kassenprüfer gewählt. Noch gibt es aber keine Buchungen, die er prüfen könnte, denn ein Konto muss der Verein in diesen Tagen erst noch eröffnen. Zudem wollen die sieben Mitglieder Gemeinnützigkeit beantragen, damit auch Spendenquittungen an Unterstützer ausgestellt werden können.

Die Bürgerinitiative kämpft dafür, dass dieser neue Verein die Nachrodter Kurve lange in ihrer bestehenden Form unterstützen kann: Kreis und Gemeinde sollen es im Kostenträgerverhältnis 70:30 weiter betreiben. Genügend Unterschriften für ein Bürgerbegehren sind zusammengekommen, nun liegt es am Rat, ob das Zentrum weiterbetrieben wird oder ein Bürgerentscheid über die Zukunft der Kurve entscheidet.

Renate Oehmke, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Märkischen Kreis, wirft dem Kreis Untätigkeit vor: ,,Es ist laut Jugendhilfegesetz seine Pflichtaufgabe, Jugendarbeit in der Kommune zu leisten. Die kann er doch nicht einfach aufgeben, weil eine Gemeinde meint, sich ihr Jugendzentrum nicht mehr leisten zu können!” Sylvia Olbrich findet es bedauerlich, dass die Politiker in Nachrodt-Wiblingwerde und auch die Mitarbeiter im Amtshaus bislang nicht auf die Idee gekommen seien, das Gespräch mit dem Kreis zu suchen. ,,Das hätte längst geschehen müssen!”

Den Willen, das Versäumnis nachzuholen, sieht die Initiative nicht: ,,Politik und Verwaltung lassen sich hier nicht blicken”, betonte Sylvia Olbrich, die in ihrer Kritik ausdrücklich Gabriele Balzukat ausnimmt. Die im Amtshaus für Bürgerbegehren zuständige Mitarbeiterin habe die Anliegen der Bürgerinitiative vorbildlich unterstützt.

Das Finanzargument wollen die Kämpfer für das Jugendzentrum nicht allein gelten lassen. ,,Jeder Bürger, der Steuern zahlt, zahlt schließlich auch für das Jugendzentrum. Er zahlt an die Kommune und die mit der Kreisumlage auch an den Kreis. Es war auch den Jugendzentrumsmitarbeitern bewusst, dass diese Gelder durch schrumpfende Einnahmen weniger werden. Sie haben angeboten, ihre Stundenzahl zu reduzieren, um Finanzierungslücken auszugleichen. Aber diese Vorschläge wurden nicht angenommen”, schildert Stefan Dresel. Er merkt an, dass mit den Abfindungszahlungen an Renate Richwien und Joachim Struwe, die im Falle einer Entlassung fällig würden, der kommunale Trägeranteil der Kurve bis 2019 abgedeckt wäre. ,,Viel Zeit, um im eigenen Haushalt nach anderen Möglichkeiten zu suchen, das Jugendzentrum langfristig zu erhalten!”

Um mehr Bürger und vor allem Kinder auf die Angebote der Kurve aufmerksam zu machen, plant die Bürgerinitiative ein Kinderfest. Ursprünglich war die Veranstaltung für den 16. August terminiert, aus organisatorischen Gründen wurde es jedoch verschoben. Jetzt soll es am 20. September, einen Tag nach dem Weltkindertag, direkt am Jugendzentrum steigen. Insbesondere Kinder ab sechs Jahren sollen die Kurve kennen und schätzen lernen, denn für junge Leute ab dieser Altersgruppe ist sie gedacht. - iho

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