Blitz-Säule kostet 40000 Euro

+
Auch der neue Blitzer wird dort an der B236 aufgestellt.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Erwischt: 232 Mal waren Autofahrer zu schnell – 232 Mal blitzte es. Das ist die Nachrodter Bilanz für das Jahr 2014. Mitte des vergangenen Jahres wurde der Starenkasten an der B236 bei den Walzwerken abgeschaltet, stand aber als „Abschreckungs-Objekt“ bis vorgestern an Ort und Stelle. Jetzt ist er abgebaut. Die neue Anlage soll im Juli in Betrieb gehen.

 Eine Vitronik-Anlage wird dort, wo jetzt nur noch Kabel aus der Erde ragen, das alte „Jenoptik“-Modell ersetzen. Eine vergleichbare Säule steht bereits seit einiger Zeit an der L 692 an der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord der Autobahn 45. „Die neue Säule kostet ohne Kamera 40 000 Euro“, sagt Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises – die Kamera kostet zusätzlich 50000 Euro. Doch davon gibt es aktuell nur zwei im Märkischen Kreis, die zwischen den Vitronik-Standorten Heedfeld (ebenfalls neu), Lüdenscheid-Nord, Nachrodt und einer Blitzersäule in Plettenberg zukünftig hin- und hergetauscht werden.

 Welcher Blitzer gerade „scharf“ ist, können Autofahrer nicht erkennen. „Es sei denn, man hält an und schaut ‘rein“, schmunzelt Hendrik Klein, der allerdings wenig amüsiert von den Anfeindungen ist, die Mitarbeiter, die die Blitzer bestücken oder austauschen, über sich ergehen lassen müssen.

„Da wird auch schon mal eine Cola-Dose aus dem fahrenden Auto auf die Leute geworfen“, so der Pressesprecher des Kreises. Zudem werden die Blitzer, die dem Märkischen Kreis zusammen mit den Verwarnungsgeldern der Polizei eine Million Euro im Jahr in die Kasse spülen, auch nicht selten beschädigt. „Da wird mit Farbe die Kameralinse besprüht oder die ganze Säule auch schon mal komplett abgeflext.“ Der Blitzer an der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord stand gerade drei Monate, als er mit Farbe eingesaut wurde.

 Wenn die neue Nachrodter „Schenk-mir-ein-Foto-Falle“ aufgestellt ist, werden kreisweit 26 Starenkästen in Betrieb sein, vier davon sind dann Vitronik-Anlagen. „Sodann werden nach und nach die Altanlagen gegen die neuen ausgetauscht“, sagt Hendrik Klein. Die Investitionen lohnen sich: Allein der Blitzer Lüdenscheid-Nord hat sich innerhalb von einem guten Jahr bezahlt gemacht. Doch die „Radarfallen“ bringen nicht nur Geld, sondern machen auch Sinn: Sieben schwere Unfälle allein am Autobahnzubringer gab es vor der Blitzer-Ära.

Bevor die neue Vitronik-Anlage, die mit Lasertechnik arbeitet, in Nachrodt in Betrieb gehen kann, muss die Stromversorgung geklärt werden. Aus diesem Grund gab es gestern einen Ortstermin mit Vertretern der Stadtwerke und dem Märkischen Kreis. Aufnahmen von Temposündern wird die Vitronik-Anlage in Nachrodt auf beiden Fahrspuren machen – allerdings nicht zeitgleich. „Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube bei dieser neuen Technik“, sagt Klein. „Die Fotos werden auf einem Chip gespeichert. Wenn unsere Kreismitarbeiter diesen vor Ort auslesen, haben sie auch die Möglichkeit, die Kameraausrichtung zu verändern“, erläutert Klein.

Übrigens: Von den 232 geblitzten Rasern in Nachrodt wurden vor zwei Jahren nur 106 zur Kasse gebeten. Die anderen Blitzer-Bilder waren nicht auswertbar – die Nummernschilder waren zum Beispiel überblitzt. Die Nachrodter Säule ist auch bislang wahrlich nicht die „ergiebigste“: In die Blitzerfallen in Menden, Halver und Balve beispielsweise fahren wesentlich mehr Temposünder.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare