Lieblingsplatz: Eine Ranch mitten in Nachrodt

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Peter Herbels Lieblingsplatz ist am Dümpel.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Es ist still. Sehr still. Man hört nur die Bäume im Wind rauschen und die Vögel zwitschern. Sonst nichts. Zwei Gartenstühle mit kleinen, bunten Kissen stehen im Nirgendwo. Es ist seine „Ranch“, wie Peter Herbel lachend sagt. Und mit seinem „Lieblingsplatz“ beginnt die gleichnamige Sommerserie.

 Am Dümpel ist der Lieblingsplatz von Peter Herbel, – an einem Ort, den viele sicher als einsam bezeichnen würden, fühlt er sich am wohlsten. Dort verbringt er jede freie Minute, dort hat er schöne Erinnerungen an seine Kindheit und hängt vielleicht auch deshalb an dem versteckt-romantischen Stück Land.

 „In der heutigen Zeit, ist das Gefühl, mit der Natur zu leben, bei vielen Leuten nicht so angesagt“, meint der CDU-Ratsherr, der Ruhe und Zufriedenheit an seinem Lieblingsort findet. „Ich sitze hier und lese gern und denke über viele Dinge nach. Und manchmal kommt auch jemand vorbei“, schmunzelt er -– und man mag es kaum glauben, dass das versteckte Plätzchen auch nur irgendjemand finden könnte.

 „Zu tun gibt es hier immer etwas“, erzählt Peter Herbel, der auch einen kleinen Garten in seiner eigenen Oase hat. Mangold und Kohlrabi und Stielmus hat er angepflanzt - „aber dieses Mal ist vieles missglückt. Die ständige Feuchtigkeit ist nicht so gut.“

 Es ist ein rustikales Örtchen. Auf Schicki-Micki steht Peter Herbel eher nicht. Auch gibt es keine Kaffeemaschine weit und breit.

 Aber ein altes Kofferradio mit Kassette steht auf dem kleinen Tisch. „Mehr brauche ich nicht.“ Einsamkeit ist kein Wort des Fluches. „Es ist mein zweites Zuhause“, sagt Peter Herbel und blickt auf die schönen Kirsch-, Pfirsich- und Pflaumenbäume. Er hat schon einmal zwei Zentner Pfirsiche geerntet. „Und wenn man eine Schale davon ins Wohnzimmer stellt, duftet die ganze Wohnung.“ Auch ein Johannnisbeerbusch und ein Mirabellenbaum sind an seinem Lieblingsort, der von seinem früheren Elternhaus bis zum Wald etwa 50 Meter lang und 25 Meter tief ist.

 Durch die abschüssige Lage ist das Rasenmähen und Unkraut jäten nicht unbedingt ein Kinderspiel. „Da muss schon mal eine Motorsense ran.“ Unten an der Straße – am Dümpel – ist ein schöner Weg, den viele Spaziergänger gerne nutzen und bis zu den Walzwerken laufen.

Peter Herbels Lieblingsort ist der Ort, an dem auch zwei Eichhörnchen immer wieder gern vorbeischauen. „Ein dunkles und ein helles“, erzählt Peter Herbel, der an gleicher Stelle mit zwölf Jahren ein Rehkitz mit der Flasche aufgezogen hat.

Für den „Wald- und Wiesenmenschen Peter Herbel“ ist es das Wichtigste, den Geist zu trainieren und körperlich fit zu bleiben. „Ich möchte nicht als seniler Opa gelten“, verrät er, dass man sich im Alter auch „so seine Gedanken macht.“ Die Generation seiner Eltern hat viel mitgemacht: Sein Vater ist im Zweiten Weltkrieg in Gefangenschaft geraten. „Die haben nicht auf dem Computer ‘rumgeklimpert, sondern die Arme hochgekrempelt.“ Und so hängt er seinen Gedanken nach. Und wo könnte er das besser als an seinem Lieblingsplatz...

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