Feuerwehrleute wehren sich gegen Unwahrheiten

Im Gespräch mit dem AK über den Austritt der Löschgruppe Veserde: Ralf Gottwald, Pascal Nowak, Jens Klatt und Christian Hoßdorf. Foto: sanna

Nachrodt-Wiblingwerde -  Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen. Fast wäre man geneigt, das Zitat von Kurt Tucholsky auf die Feuerwehr umzumünzen. Denn nach dem Austritt der kompletten Löschgruppe Veserde haben sich ihre Kameraden von einst abgewandt. Mehr noch. Sascha Panne, Zugführer Löschzug Wiblingwerde-Veserde, Ralf Gottwald, Gruppenführer Löschgruppe Wiblingwerde, Pascal Nowak, stellv. Gruppenführer Löschgruppe Wiblingwerde, Oliver Böhland, Gemeindejugendfeuerwehrwart Nachrodt- Wiblingwerde, Jens Klatt, Zugführer Löschzug Nachrodt, und Christian Hoßdorf, stellv. Zugführer Löschzug Nachrodt, möchten die Unwahrheiten, die verbreitet wurden, so nicht stehen lassen.

2,7 Kilometer liegen zwischen Wiblingwerde und Veserde. 2,7 Kilometer – und zwei Welten. Vor allem aktuell beim Thema Feuerwehr. Im Rahmen eines Treffens mit dem Altenaer Kreisblatt, an dem auch Gemeindebrandmeister Michael Kling und Bürgermeisterin Birgit Tupat teilnahmen, wurden vor allem drei Dinge herausgestellt: „Da sind Kameraden aufgestanden und haben ihre Meinung geäußert, die in den letzten Jahren durch Abwesenheit geglänzt haben“. Tatsächlich hat Christian Salomon beispielsweise im AK-Gespräch nicht erwähnt, dass er zwar Löschgruppenführer, aber seit zwei Jahren aufgrund seines Studiums beurlaubt ist.

Und: Mit Sachlichkeit habe die Diskussion rein gar nichts mehr zu tun gehabt. Zudem seien die Vorwürfe aus der Luft gegriffen ( ‘ Stellungnahme der Feuerwehr).

„Es hat mich sehr geärgert, wie das gelaufen ist“, so Gemeindebrandmeister Michael Kling, der sich durchaus gefragt hat, was er rund um die Diskussion der Fusion falsch gemacht hat. „Die Reaktion der Löschgruppe Veserde passt so gar nicht zum Verlauf der Gespräche“, so Kling. Und Jens Klatt ergänzt: „Im Prinzip wurde dargestellt, dass die Löschgruppe Veserde nicht mitgenommen wurde. Aber wir arbeiten alle gemeinsam seit Jahren daran, eine leistungsfähige Feuerwehr zu erhalten und machen uns ständig Gedanken, um auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben. Das Optimieren ist nicht nur die Fusion der beiden Einheiten, sondern es gibt ganz viele andere Dinge, die seit Jahren angegangen werden. Die Fusion ist mit Veserde im Detail besprochen worden – an vielen, vielen Terminen.“

Und: Die Löschgruppen Wiblingwerde und Veserde hätten schon lange zusammen gearbeitet.

Doch was, wenn es den Standort Wiblingwerde getroffen hätte? „Dann hätte ich auch schlucken müssen. Aber man muss die Feuerwehr und das Thema, anderen zu helfen, im Vordergrund halten“, sagt Ralf Gottwald. So sehen es auch die Nachrodter Kollegen: Schlussendlich müsse sich jeder die Frage stellen, „tue ich das, um mit meinen Kameraden zusammen zu sein, oder tue ich das, um den Menschen zu helfen. Wir haben nun einmal eine Aufgabe.“

Die Kollegen von einst glauben an eine sehr starke Gruppendynamik, die alle Veserder zum Austritt bewegt hat. Natürlich sei es schwierig, wenn Strukturen aufgelöst würden. „Aber genauso schwierig wäre es für die Löschgruppe Wiblingwerde geworden. Wenn es mit der Fusion so geklappt hätte, dann hätte eine Einheit 14 neue Leute bekommen. Wir wären auch bereit gewesen, unsere Strukturen zu verändern, um den Kameraden entgegen zu kommen.“ In zwei Jahren hätte niemand mehr darüber gesprochen.

Doch bei allem Unmut: „Jeder Austritt ist schade. Wir sind für jeden zu Gesprächen bereit“, sagt Michael Kling.

Übrigens: Gewürdigt sei das Ehrenamt auf jeden Fall. Feuerwehr werde vom Rat, der Verwaltungsführung, von den Menschen geschätzt. „Ich hoffe, dass das alle wissen. Näher dran als ich als Verwaltungschefin sind nur wenige Bürgermeister“, so Birgit Tupat. „Ich weiß, wenn meine Jungs im Einsatz sind, denn ich habe einen Melder zu Hause.“

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