Vandalen im Wald: Hochsitz landet im Abhang

+
Heiko Cordt vor dem umgeworfenen Hochsitz zwischen Veserde und Hohenlimburg. Der Jäger will den Vorfall zur Anzeige bringen. 

Nachrodt-Wiblingwerde - Heiko Cordt ist sauer. Der Jäger traute seinen Augen kaum, als er am Montag durch sein Revier zwischen Veserde und Hohenlimburg fuhr: Ein nagelneuer Hochsitz lag am Abhang. Unbekannte hatten ihn aus der Verankerung gerissen und die Böschung hinunter gestoßen.

„Wir haben das Revier jetzt seit Mai. Das ist der erste Vorfall seitdem“, erklärt Cordt. Allerdings ist das Problem in diesem Wald keinesfalls unbekannt. So gab es hier in den vergangenen Jahren schon mehrfach Probleme mit umgeworfenen Hochsitzen und angesägten Balken. Auch im Hagener Revier und im Bereich zwischen Wiblingwerde und Altena hat es bereits ähnliche Fälle gegeben.

„Der neue Hochsitz war nicht so einfach umzuwerfen. Da muss schon jemand massive Gewalt angewandt beziehungsweise Werkzeug benutzt haben“, sagt Cordt. Der Jägersitz stand windgeschützt zwischen Birken.

Von dort aus wollten die Jäger freie Sicht über eine große Neuanpflanzung haben. Der Waldbesitzer hatte dort relativ frisch Fichten und Douglasien gepflanzt – ein Paradies für Rehe. „Wir müssen den Bestand hier ein wenig regulieren. Ansonsten haben die jungen Bäume keine Chance“, erklärt der Jäger.

Hochsitz weitestgehend unbeschädigt

Fachmännisch wurde der Hochsitz von den Jägern etwa 30 Zentimeter tief im Boden verankert und mit langen Schrauben befestigt. „So leicht bekommt man den hier nicht raus. Das steht fest“, erklärte Cordt. Nachdem die Unbekannten den Hochsitz umgekippt hatten, haben sie ihn vermutlich die Böschung hinunter auf den Weg und von dort aus weiter den Abhang hinunter gerollt. Dort verfing er sich hinter einem Baumstumpf.

Cordt: „Ich denke, der Hochsitz sollte eigentlich bis ganz unten rollen. Doch zum Glück ist er unterwegs hängen geblieben und tatsächlich weitestgehend unbeschädigt geblieben.“

Am Mittwoch haben Jäger den Hochsitz geborgen. Er wird nun kontrolliert und repariert und soll wieder aufgestellt werden. Zudem werden die Jäger genauer das Geschehen im Wald beobachten und den Vorfall gegebenenfalls zur Anzeige bringen. Immerhin handele es sich um Sachbeschädigung. Allein die Materialkosten belaufen sich auf rund 600 Euro. Zudem müssen alle anderen Hochsitze jetzt genau kontrolliert werden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare