1500 Autos „nur bergauf“

Nachrodter fordern Anliegerstraße

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Die untere Ehrenmalstraße: Der Verkehrslärm ist erheblich, sagen Anwohner.

Nachrodt-Wiblingwerde - 1500 Fahrzeuge „brettern“ täglich über die untere Ehrenmalstraße. Nur bergauf. Der Verkehrslärm ist, so sagen die Anlieger, heftig geworden. Und: Bei einer Geschwindigkeitsmessung hatte der „Tagessieger“ 70 Stundenkilometer auf dem Tacho. So weit, so schlecht.

Doch sind die Anwohner mit einer Initiative für eine Anliegerstraße von der Sparkasse bis zur Kreuzung der Grundschule jetzt beim Märkischen Kreis gescheitert. Auch im Rat fand sich kaum ein Befürworter für eine Anliegerstraße. 

Kein erhöhtes Unfallaufkommen

Bürgermeisterin Birgit Tupat sieht ebenso wie die Kommunalpolitiker keine Veranlassung für die Umsetzung eines solchen Vorhabens - „was auch nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht geht“. „Haben Sie schon mal jemanden gesehen, der die Ehrenmalstraße hochgebrettert ist“, fragte Michael Schlieck (CDU) in die Runde. Wenn, dann seien dies eher die Einheimischen selbst. Auch gebe es dort kein erhöhtes Unfall- aufkommen. 

Susanne Jakoby gab allerdings zu bedenken, dass viele Autofahrer dort herfahren, „wenn die Autobahn dicht ist.“ Dass man diese Fahrer dann allerdings vorzugsweise an der Grundschule vorbeileiten solle, empfindet Birgit Tupat alles andere als sinnvoll. 

Regelmäßige Geschwindigkeitsmessungen würden zudem durchgeführt. Das bestätigt Helmut Kruse, sagt aber auch, dass die Leute längst wissen würden, wann und wo der Radarwagen stehe. Er und weitere Anwohner hatten gehofft, dass der starke Verkehrsfluss zurückgenommen werden könnte, zumal die andere Seite der Ehrenmalstraße (am Ehrenmal) ausgebaut wurde und eigentlich Hauptzubringer nach Wiblingwerde und zurück sei. 

Gespräche mit der Polizei

„Wir wohnen im reinen Wohngebiet“, so Kruse. Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen haben er und seine Mitstreiter durchführen lassen. Auch Gespräche mit der Polizei fanden statt. Ein Antrag mit Unterstützer-Unterschriften wurde bei der Gemeinde eingereicht, die ihrerseits das Anliegen an den Kreis weiterleitete. 

Den negativen Bescheid hat Helmut Kurse bereits bekommen. Wenn der Verkehrsfluss bewusst gestoppt werde, würde er an der Grundschule vorbeigeführt. Das wolle niemand. Jetzt hoffen die Anwohner auf den Neubau der Sparkassenbrücke. „Dann ist die Anbindung eine andere“, ist Helmut Kruse zuversichtlich, dass sich die Verkehrssituation entspannen könnte. Allerdings findet er es ärgerlich, dass sich die Gemeinde nicht kümmere. „Das ärgert uns natürlich. In Nachrodt ist es wirklich mager, was im Straßenbau läuft. Das war früher anders“, so Helmut Kruse und spielt unter anderem auf Zeiten mit Gemeindedirektor Grote an.

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