SPD sammelt Anekdoten und Dokumente zum 100-Jährigen

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Gerd Schröder, Ronny Sachse, Aykut Aggül, Birgit Hirt und Susanne Jakoby (v. l.) blättern im fast 100 Jahre alten Protokollbuch der SPD. Das Quintett bereitet das große Jubiläum der Orts-Partei vor.

Nachrodt-Wiblingwerde - Es ist Tradition im SPD-Ortsverein Nachrodt-Wiblingwerde, dass die Schriftführer und Kassenwarte auch die historischen Schätze der Partei hüten. Die Kisten mit Archivmaterial mussten also gar nicht umziehen, als Gerd Schröder beim Ortsparteitag vom einen Amt ins andere wechselte.

Im Hinblick auf ein Jubiläum hat er das Material schon grob gesichtet. Bis zum 27. Dezember 2018 wollen die Genossen etwas Schönes daraus machen. Dann jährt sich die Gründungsstunde zum 100. Mal. „Tüchtig“ sollten alle sein, die den sozialdemokratischen Gedanken in die Doppelgemeinde tragen wollten. Dieses Wort findet sich häufig im Protokollbuch, in dem auch niedergeschrieben steht, was die SPD-Pioniere auf Gemeindegebiet in ihrer ersten Versammlung kurz nach Weihnachten 1918 taten. Die Niederschriften sind bis zum 23. Juni 1933 vollständig in feiner Sütterlin-Schrift erhalten geblieben. Anschließend trat das Parteiverbot durch das nationalsozialistische Regime in Kraft. „Übersetzungsarbeit“ ist für den neu gegründeten Arbeitskreis, der das 100-Jährige schon jetzt vorbereitet, nicht mehr notwendig. Bereits 1994, als die Orts-SPD ihr 75-jähriges Bestehen feierte, waren viele Unterlagen in leicht lesbare Schrift kopiert worden. Susanne Jakoby kann sich an die Feierlichkeiten gut erinnern: „Da habe ich meine erste offizielle Rede gehalten. Und wenig ‘rausbekommen...“, fügt sie schmunzelnd an. Heute steht sie dem Ortsverein als Vorsitzende vor. Mit Gerd Schröder, Ronny Sachse, Birgit Hirt und Aykut Aggül hat sie einen Arbeitskreis gegründet, um das 100-Jährige zu planen und gebührend feiern zu können. Vermutlich werden die Feierlichkeiten – mehrere sind geplant – im Jahr 2019 stattfinden, weil zum Jubiläum des Gründungstags selbst noch viele Gäste im Nachweihnachtsstress sein dürften. Die Politiker könnten sich eine politische, eine offizielle und eine gesellschaftliche Veranstaltung vorstellen. Zu den Anlässen soll natürlich eine schöne Chronik vorliegen, die der Arbeitskreis in den nächsten Jahren zusammenstellen möchte. „Gefragt sind dabei natürlich auch unsere langjährigsten Mitglieder“, erklärt der Vorstand. Vom Dokument bis zur Anekdote – alles ist gefragt bei der Vorbereitung des Parteijubiläums. Einen Schatz, und zwar die Parteifahne der ersten Stunde, hütet in Altena Hugo Trawny. „Wir arbeiten daran, sie im Jubiläumsjahr mal wieder in Nachrodt präsentieren zu können“, erklärt Susanne Jakoby. Mehrere Planungstreffen will sie noch im Haus Hagener Straße 96 veranstalten, um Material zusammenzutragen. Wer noch etwas hat, darf gerne dazustoßen. Das nächste Treffen ist am Samstag, 24. Oktober, um 13 Uhr. Dann soll damit begonnen werden, die vielen alten Unterlagen der Partei zu sichten.

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