Emotionale Worte für Herbel: Harte Schale, weicher Kern

Nachrodt-Wiblingwerde - Es war ein hoch emotionaler Moment und es fiel allen Beteiligten sichtlich schwer, die richtigen Worte zu finden. Denn wie verabschiedet man eigentlich das Gesicht der Nachrodter CDU, eine echte Institution? Mit viel Dankbarkeit ehrten die Parteimitglieder im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung Peter Herbel. Das tagesaktuelle politische Geschehen rückte da weit in den Hintergrund.

Ja, das, was der CDU-Kreistagsvorsitzende Thorsten Schick, die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kaiser und der neue Fraktionsvorsitzende Lars Wygoda zu erzählen hatten, war spannend, informativ und ein bunter Strauß an politischen Themen. Von der Flüchtlingspolitik über die Finanzen der Kommune bis hin zu Windkraft. Was aber von diesem Abend in Erinnerung bleiben wird, ist etwas ganz Anderes: Die berührenden Worte, die alle Beteiligten für Peter Herbel fanden, der nach mehr als drei Jahrzehnten sichtlich bewegt seinen Posten als Fraktionsvorsitzender abgab.

„Eine raue, ja bisweilen harte Schale und ein weicher und sensibler Kern – so lässt sich Peter Herbel wohl am ehesten beschreiben“, sagte Elfriede Sickart. Als seine längste politische Begleiterin dankte sie Herbel im Namen der Partei. „Peter und ich haben mit Freude und Leidenschaft um jede Wählerstimme gekämpft – und wir haben so manch einen Kampf gefochten“, sagte Sickart. Natürlich sei man dabei nicht immer einer Meinung gewesen, das habe der gegenseitigen Wertschätzung oder der Freundschaft aber nie geschadet.

„Peter Herbel war lange Zeit das Gesicht der CDU. Er hat mit seiner einzigartigen Arbeit eine herausragende Leistung für seine Heimat Nachrodt-Wiblingwerde erbracht“, erklärte Schick, der die Grüße der Kreistagsfraktion überbrachte. Herbel sei immer geradlinig seinen Weg gegangen und so habe jeder gewusst, woran er war. „Hatte er einmal eine Entscheidung durchgesetzt, stand er für sie ein. Egal wie stark ihm der Gegenwind ins Gesicht blies“, so Schick.

Schön finde er zudem, dass es kein abruptes Ende gibt, sondern eher eine Altersteilzeit. So würden von ihm noch lange die Jungen profitieren und die Alten den Kontakt halten. Schließlich habe nicht jeder ein wandelndes Gemeindelexikon in der Fraktion.

Herbels Nachfolger Lars Wygoda dankte seinem Vorgänger ebenfalls: „Peter ist eine echte Persönlichkeit, er hinterlässt große Fußstapfen.“

Peter Herbel selbst war sichtlich bewegt von all den Reden anlässlich seines Abschieds. Er hatte ganz am Ende des Tisches Platz genommen, doch wer hin und wieder einen Blick in die Ecke warf, erkannte, wie emotional nahe dieser Abend dem gestandenen Politiker ging.

„Ich wünsche meinem Nachfolger einen klaren Blick und einen wachen Verstand, um auch in diesen immer schwerer werdenden Zeiten im Stande zu sein, das Leben aktiv mitzugestalten“, sagte Herbel zum Abschluss.

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