Noch viel Widerstand gegen Tablets im Gemeinderat

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Einige Ratsmitglieder – hier Sonja Hammerschmidt von der UWG – setzten bei ihrer Arbeit bereits ein Tablet ein. Bislang gibt es für den Vorschlag, die gesamte Ratsarbeit zu digitalisieren, aber keine Mehrheit.

Nachrodt-Wiblingwerde - Zumindest vorerst werden die Ratsmitglieder nicht ausschließlich mit Tablets arbeiten. Einen entsprechenden Vorstoß hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag zurückgewiesen. Ganz vom Tisch ist das Thema aber damit noch nicht.

Von Volker Griese

Fürsprecher hatte die Idee vor allem in den Reihen der SPD-Fraktion. „Wir sind dafür! Das spart nicht nur Personalkosten, sondern auch Papier“, strich deren Vorsitzende Susanne Jakoby zwei Vorteile der papierlosen Rats-und Ausschussarbeit heraus. Ihr Fraktionskollege Matthias Lohmann unterstützte das Vorhaben mit dem Hinweis, dass viele Behörden bereits ausschließlich digital arbeiteten und auch die Gemeinde mit der Zeit gehen solle. Die Mitglieder der SPD-Fraktion würden offenbar sogar auf Geld verzichten, wenn sie die Unterlagen für die Sitzungen in Zukunft auf den kleinen elektronischen Helfern abspeichern und bearbeiten könnten. Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, die Anschaffung jedes Gerätes mit 400 Euro zu bezuschussen, SPD-Fraktionschefin hielt dagegen schon 250 Euro für ausreichend.

Auch Sonja Hammerschmidt (UWG) hielt einen 400-Euro-Zuschuss für „viel zu hoch“. Sie nutzt bereits ein Tablet, hatte es mit in die Ratssitzung gebracht – und gab zu, es „zu 90 Prozent privat“ zu nutzen. Ihr Hauptargument, den mobilen Computer auch in der Rats-und Ausschussarbeit einzusetzen, deckte sich aber mit dem der SPD: „Mich hat der Wust an Papier gestört. Ich weiß einfach nicht, wo ich das alles noch aufbewahren soll“, sagte sie. In der UWG-Fraktion sehen das aber offenbar nicht alle so. „Wir sind uns nicht einig“, sagte Fraktionssprecher Johannes Illerhaus, der zugab, selbst Sitzungsunterlagen auf Papier zu bevorzugen.

Am meisten Widerstand gegen die Einführung der Tablets gab es aus der CDU-Fraktion. „Es mag viele Gründe geben, die dafür sprechen, aber wir sind dagegen. Das Einsparpotenzial ist einfach zu gering“, sagte CDU-Fraktionschef Peter Herbel.

Das Einsparpotenzial könnte jedoch wachsen, wenn die Ratsmitglieder den von der Verwaltung angebotenen Zuschuss in Höhe von 400 Euro nicht ausschöpfen würden. Bei einem Zuschuss von nur 250 Euro, wie ihn die SPD vorgeschlagen hatte, würde die Anfangsinvestition immerhin um rund 3500 Euro geringer ausfallen. Auf mehrheitlichen Beschluss des Rates soll die Verwaltung nun eine neue Kalkulation unter Berücksichtigung dieser Zahlen aufstellen.

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