Zwischen Wut und Traurigkeit

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Heinz-Joachim Even (links) ist das Lachen vergangen

Nachrodt-Wiblingwerde - Sie haben sich ins Zeug gelegt, geplant und organisiert, geackert und gehofft: Und dann kamen („klägliche“) 200 Menschen zum Feiern. Die Resonanz beim Familientag war noch schlechter. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen des TuS Nachrodt-Obstfeld die Welt nicht mehr verstehen. Im Moment gibt es sogar Rücktrittsgedanken.

Drei mal wollte der TuS Nachrodt-Obstfeld das 125-jährige Bestehen des Vereins feiern. Doch nur beim offiziellen Festakt mit entsprechend vielen Reden und Glückwunschen in der Rastatt lief das Festprogramm so wie erhofft. Eine Woche später folgte die Party. „Die Show war super. Die Musik war super. Die Band hat noch eine Stunde drangehängt, weil die Leute, die da waren, so viel Spaß hatten“, sagt Heinz-Joachim Even, erster Vorsitzender des TuS.

500 Besucher hatte er sich mit seinem Team gewünscht. „Ich bin richtig sauer. Wo ist der TuS geblieben?“, fragt Even, bei dem der erste Schmerz über das Dilemma gerade überwunden ist. „Wir haben Werbung ohne Ende gemacht, Leute persönlich angesprochen und es war auch nicht zu teuer“, versteht der Vorsitzende nicht, warum die Nachrodter nicht zum Holensiepen gekommen sind.

Die Enttäuschung ist groß, „vor allem bei denjenigen, die sich über alle Maßen hinaus engagiert haben“, sagt Heinz-Joachim Even, der zwischen Wut und Traurigkeit hin- und herschwankt. „Der Sonntag war ein Familientag. Der Verein hat viele Familien. Wo waren sie? Ich könnte heulen. Warum haben wir den ganzen Kram gemacht, warum kommt keiner? Unseres Wissens haben wir nichts falsch gemacht.“

 Dass es für die Besucher, die an den TuS-Festen teilgenommen haben, schön war, tröstet ein wenig. Auch, dass andere Vereine mit Abordnungen da waren.

„Besonders die Tennisspieler waren stark vertreten“, bedankt sich Heinz-Joachim Even. Er selbst hat durchaus darüber nachgedacht, das Handtuch zu werfen. „Es will ja keiner mehr, warum will ich denn eigentlich noch?“

 Lobend erwähnen möchte er, dass die jungen Jedermänner sehr geholfen haben. „Aber man wird von einigen Übungsleitern angesprochen, dass man doch etwas für die Gemeinschaft tun soll. Jetzt hat der Verein genau das getan, aber die Gruppierungen, die etwas haben möchten, kommen dann nicht.“

 Eine Vorstandssitzung wird das Thema aufgreifen. Zudem möchte Heinz-Joachim Even eine Rundmail schreiben. „Aber da warte ich noch etwas, denn im Moment würde diese Mail sehr fürchterlich aussehen.“

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