Selbstbewusstsein stärken

Kurs „Mut tut gut“ im Familienzentrum Fibs an der Bachstraße

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Heidrun Geck erklärt den Kindern eine neue Übung.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Mut tut gut“ - unter diesem Motto läuft seit Montag ein Kursus für die Schulanfänger des Jahres 2016 des Kindergartens Fibs an der Bachstraße. Selbstbehauptungsstrainerin Heidrun Geck aus Letmathe will die Kinder stark machen. Ihre Schützlinge sollen lernen, ihre eigene Kraft einzuschätzen und auf ihren Körper zu achten.

Die Trainerin will Hilfen und Selbstbewusstsein bei den ganz alltäglichen Konfliktsituationen der Kinder untereinander vermitteln. „Wenn sie in die Schule kommen, sollen sie gelernt haben, gut auf sich aufzupassen“, fasst die Iserlohnerin ihre Ziele zusammen.

Dabei wird, die Jungen und Mädchen an der Bachstraße sind mit dem Training früh dran, besonderer Wert auf einen spielerischen Umgang mit der Materie gelegt. In Spielen wie der „Mausefalle“ muss sich ein Kind, das bäuchlings unter zwei anderen Kindern liegt, aus dieser Falle freizustrampeln. Die kleineren, zarteren Kinder werden von der Trainerin und den Zuschauern angefeuert – und schaffen es auch. Ein Erfolgserlebnis, das den Kindern zeigt: Auch mit meiner Kraft kann ich mich durchsetzten, wenn ich es wirklich will.

In einem anderen Spiel stehen die Kinder im Kreis und Geck versucht, sie mit einem Schubs in den Rücken aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wer fest steht und den Rücken stark macht, wird nicht so schnell zum Opfer, lernen die Kinder bei dieser Aktion.

Körpersprache ist nicht nur, wenn der Magen knurrt, sondern auch, wenn ich mit meiner ganzen Haltung signalisiere, dass ich einen festen Stand und einen festen Willen habe. Zu der Körperschulung kommt die Verbalschulung hinzu. Geck erklärt den Kindern den Unterschied zwischen dem „großen“ und dem „kleinen“ Nein. Ein schüchternes, leises „Nein“ wird nicht ernst genommen, ebenso wenig ein lachendes, albernes „Nein“. Die Kinder sollen ernst und laut „Nein“ schreien, viele haben damit Schwierigkeiten. Laut-Sein wird in der Erziehung „abtrainiert“, sei im Notfall aber lebenswichtig.

Dann wird die Schwierigkeit noch gesteigert, die Kinder werden geschubst, sollen ihren Körper anspannen und dann dem „Angreifer“ in die Augen sehen und laut rufen „Nein!“ und in der nächsten Runde „Nein! Lassen Sie mich in Ruhe!“ Durch das förmliche „Sie“ wird klar, dass sich Kind und Erwachsener nicht kennen, das Kind also ein Problem mit einem fremden Erwachsenen hat.

Das Ziel des Kurses ist, das Selbstbewusstsein zu stärken, auf seine Körperhaltung zu achten und verbal Wünsche zu äußern. Bei den Kindergartenkindern soll Verständnis für die kleinen Unterschiede geweckt werden: Ein flapsiges „Ey, hau ab!“ schrecke ein pöbelndes Gegenüber kaum ab, provoziere eher. Ein ernsthaftes „Nein, lass mich in Ruhe“ hat schon eher Aussicht auf Erfolg. Geck sagt: „Kinder können nicht immer das tun, was sie wollen, aber sie sollen immer wollen, was sie tun.“

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