Modernisierung der Aral-Tankstelle in Nachrodt

Quantensprung an der Kult-Tankstelle in Nachrodt

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Peter Meier mit Kim Laura Niebuhr, die als Aushilfe an der Tankstelle arbeitet. Für die Zukunft wird mehr Personal an der Altenaer Straße benötigt.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Sie ist kultig, keine Frage. Und die Nachrodter lieben sie. An den alten Landhaussäulen gibt es jeweils nur ein Produkt. Und wenn man den Tankdeckel an der falschen Seite hat, wird das Zapfen ein Abenteuer. Doch jetzt wird alles anders an der Altenaer Straße 29. Noch in diesem Jahr entsteht eine große, moderne Aral-Tankstelle mit allem, was das Autofahrer-Herz begehrt. „Wir freuen uns darauf“, sagt Peter Meier. „Es wird ein Quantensprung.“ Der Komplett-Umbau beginnt Ende August/Anfang September.

„Dem Lauf der Zeit muss man sich anpassen. Die Kunden erwarten heute einfach mehr“, erklärt Peter Meier, warum er ganz neue Wege einschlägt. „Natürlich hat die alte Tankstelle einen gewissen Charme, aber wenn die Leute zu lange warten müssen und nicht an die Säulen kommen, dann ist das schwierig.“ Und so werden die Zeichen kurz nach dem 60. „Geburtstag der Tankstelle“ noch einmal auf Null gestellt. 

Nach dem Umbau soll das Tankstellenfeld mit drei Fahrbahnen und Mehrproduktsäulen wesentlich vergrößert sein. Dort, wo jetzt das Büro von Peter Meier ist, wird der dritte Säulenbereich entstehen. Auf 100 Quadratmeter – statt jetzt 35 – soll der Kassenbereich mit Shop wachsen. Von der Kult-Zapfstelle zur modernen Tankstelle mit allem Schnick und Schnack inklusive eines Bistros mit Stehtischen und Hockern – und natürlich einer komplett neuen Waschhalle.

"Wir waren nicht mehr wettbewerbsfähig"

 „Die letzten Jahre waren doch sehr schleppend. Wir waren einfach nicht mehr wettbewerbsfähig“, sagt Peter Meier, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Monika seit 16 Jahren führt und es damals von seinem Vater übernommen hat. „Ich möchte bei dieser Gelegenheit Dankeschön sagen, dass meine Eltern weit voraus geschaut und eine gute Basis für unsere Selbstständigkeit geschaffen haben“, sagt Peter Meier. 

Die Zeit der Landhaussäulen ist bald vorbei.

Der Zeitpunkt jetzt ist auch aus einem anderen Grund ein besonderer: Sein Vater Rolf hat am kommenden Samstag seinen allerletzten Arbeitstag, macht die Frühschicht von 6 bis 9 Uhr. Der 83-Jährige half bis jetzt immer noch an der Tankstelle aus. Doch nun kommt auch ein neues Kassensystem und das möchte sich Rolf Meier verständlicherweise wirklich nicht mehr antun. Peter Meier dagegen drückt genau deshalb in dieser Woche die Schulbank. Am Montag bleibt die Tankstelle dann für einen Tag geschlossen, damit das neue Kassensystem installiert werden kann. Alles natürlich mit Blick auf die großen Veränderungen. Etwa sechs bis acht Wochen wird der Umbau dauern.

Danach werden sich auch die Öffnungszeiten ändern. Die Tankstelle, die jetzt von 7 bis 20 geöffnet hat, wird sodann von 6 bis 22 Uhr betrieben. „Und natürlich benötigen wir dann auch mehr Personal“, sagt Peter Meier, der mit der Tankstelle aufgewachsen ist und vor Ort eine Lehre als Kfz-Schlosser gemacht hat. Damals gab es neben der Tankstelle auch noch eine Opel-Vertragswerkstatt. 

Stolz auf den Traditionsbetrieb

Die Zeiten waren durchaus sehr bewegt an der Altenaer Straße. Peter Meiers Vater war vor 55 Jahren als Bürokaufmann bei den Walzwerken beschäftigt und als Aushilfe an der Lebus-Tankstelle. Als diese dann verkauft werden sollte, wagte Rolf Meier den Schritt in die Selbstständigkeit. Damals gab es noch drei weitere Tankstellen in der Doppelgemeinde. „Meine Eltern waren beide aus Altena und hatten am Anfang Schwierigkeiten bei den alt-eingesessenen Nachrodtern. Sie mussten sich erst einen guten Ruf erkämpfen. Das haben sie geschafft und als einzige Tankstelle überlebt“, ist Peter Meier stolz auf den Traditionsbetrieb. 

Als es 1985 neue Umweltauflagen gab, stand sein Vater vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte er für eine flüssigkeitsdichte Fahrbahn und die Auflage, dass die Benzindämpfe beim Tanken abgesaugt werden müssen, investierten? Er tat es mit Blick auf die Zukunft seines Sohnes. „Er hat mich damals schon gefragt, ob ich die Tankstelle irgendwann übernehmen würde“, erinnert sich Peter Meier. Jetzt ist er es, der viel Geld in die Hand nimmt, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

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