Experte weiß, was Einbrecher abschreckt

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Hauptkommissar Michael Schneider gab Tipps, wie man sich vor Einbrechern schützen kann.

Nachrodt-Wiblingwerde - Michael Schneider, Hauptkommissar bei der Abteilung Kriminalprävention Märkischer Kreis, informierte am Donnerstagabend auf Einladung des SPD-Ortsvereins über Möglichkeiten, die eigenen vier Wände sicherer zu machen.

„Wenn Sie ein Haus auf einer Freifläche haben, welches umzäunt und dezent beleuchtet ist, brauchen Sie sich vor Einbrechern nicht zu fürchten“, sagte Schneider. „Wenn Sie aber ein Grundstück und Haus besitzen, welches von Hecken oder Büschen umgeben und daher nicht einsehbar ist, sollten Sie mit ungebetenem Besuch rechnen. Denn eine noch höflichere Einladung kann ein Einbrecher kaum noch erwarten“.

Einbrecher, erklärte er, scheuten Lärm, wenig Sichtschutz und lange Einbruchzeiten. Die „halbe Miete“ sei es schon, Haus und Grundstück für Nachbarn einsichtig zu machen. Nachts sei eine dezente Beleuchtung von Vorteil. Unübertroffen als Abschreckung für Langfinger sei jedoch ein Zaun. „Den muss der Einbrecher erst einmal überwinden, und dabei riskiert er, gesehen zu werden. Er wird sich daher überlegen, ob er tatsächlich den Versuch des Eindringens machen soll“, erklärte Schneider und wusste ferner zu berichten, dass mehr als 95 Prozent der Einbrecher den Kontakt mit dem Opfer scheuen. Allein den Täter in der Vermutung zu stärken, man sei zu Hause, reiche oft schon zur Abschreckung. Dazu gehört zum Beispiel das regelmäßige Entleeren des Briefkastens, dazu natürlich das Hereinholen der Mülltonne. Auch Licht im Haus – beispielsweise geregelt durch eine Zeitschaltuhr – vermittle dem Täter den Eindruck, dass das Objekt bewohnt ist. Deshalb sei es auch nicht ratsam, Jalousien am Tage zu verschließen. Denn das sei in der Regel ein sicheres Zeichen dafür, dass sich keine Personen im Hause aufhalten. „Jalousien sind für Licht- und Blickschutz geschaffen, nicht aber, um Einbrecher aufzuhalten“, sagte Schneider.

Auch ohne am Haus selbst Schutzvorrichtungen anzubringen, könne man dem Einbrecher die Arbeit erschweren, erklärte der Polizeibeamte weiter und nannte Beispiele. Einstiegshilfen wie der berühmte Holzstapel hinter dem Haus seien geradezu einladend. Auch eine Leiter, sonst im Garten im Gebrauch, sei ein willkommenes Einbruchswerkzeug. „Manchmal zeigen die einfachsten Mittel die größte Wirkung“, betonte Schneider, die Sicherungsmaßnahmen nicht gleich teuer sein müssen. „Bei vielen Häusern findet man heutzutage noch die Hintertür, die genutzt wird, um vom Garten oder der Terrasse aus in das Haus zu gelangen. Das erkennen auch Einbrecher. Daher reicht es in diesen Fällen völlig aus, diese Tür mit einem oder zwei Balken von innen her zu sichern“, erklärte der Experte. Stabil verankert, können eine solche Sicherung von einem Einbrecher nicht überwunden werden.

Darüber hinaus empfiehlt Schneider, das Haus so weit wie möglich mit Gittern zu sichern, zumindest in der ersten Etage. Nicht vergitterte Fenster könnten mit zusätzlichen Schlössern gesichert werden. Eine elektronische Einbruchmeldeanlage dagegen mache nur dann Sinn, wenn sie beispielsweise mit einem Sicherheitsdienst oder sogar unmittelbar mit der Polizei verbunden sei. In diesem Zusammenhang appellierte Schneider, jede verdächtige Bewegung auf Grundstücken, die auf den Aufenthalt von Unbefugten schließen lassen, sofort der Polizei zu melden. „Wir können Einbrecher nur dann ertappen, wenn wir rechtzeitig informiert werden“, gab er zu bedenken, dass die Polizei auf solche Hinweise angewiesen ist.

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