Nicht verbieten, aber hinterfragen

Nachrodt-Wiblingwerde -  Spongebob Schwammkopf finden die Wiblingwerder Kinder ziemlich uncool. Sie stehen eher auf Bob der Baumeister, Feuerwehrmann Sam, die Eiskönigin oder Zoes Zauberstab. Aber sind diese Sendungen wirklich kindgerecht? Um kindliches Medienverhalten ging es am Donnerstagabend im evangelischen Kindergarten Wiblingwerde.

Medienkompetenz: Jeder sollte sie haben, Kinder sollten früh an das Thema herangeführt werden und ein gewisses Selbstverständnis entwickeln. Aber wie geht das und wo sind die Grenzen? Die Eltern waren froh, Tipps von echten Experten zu bekommen. Brigitte Zywitz und Ulrich Vaorin von der Landesanstalt für Medien wissen, worauf es ankommt.

„Uns ist es wichtig, dass die Eltern lernen, wie sie es anstellen, dass ihre Kinder den größtmöglichen Nutzen aus den Medien ziehen und sie gleichzeitig bestmöglich vor Schäden schützen“, sagte Zywitz.

Die beiden Experten sind sich einig, dass Mediennutzung und Fernsehgucken an sich nicht verboten werden sollten. Viel mehr solle es mehr hinterfragt werden. „Uns ist es wichtig, dass die Eltern nach diesem Abend eine Idee davon haben, was eine altersgerechte Sendung ist und was man unter kindgerechtem Medienverhalten versteht“, erklärte Vaorin. Bei der Bewertung der Sendungen stehe daher die Kinderperspektive im Mittelpunkt, also die Frage, wie Kinder mit bestimmten Fernsehinhalten umgehen, welche Gefühle sie dabei erleben, und welche Verarbeitungsprozesse je nach Alter zu erwarten sind. Auf dieser Basis können Erziehende den Umgang der Kinder mit dem Fernsehen sinnvoll steuern.

Aber nicht nur das „Was“ sei wichtig, sondern auch das „Wann“ und die Dauer. Klare Regeln helfen Strukturen zu finden. Aber die haben die Wiblingwerder Eltern bereits. Alle berichteten von klaren Fernsehregeln. Wichtig sei es auch die Kinder mit dem Gesehenen nicht alleine zu lassen. Viel mehr sollten bewegende Bilder, wie beispielsweise nach den Terrorangriffen in Paris, aufgearbeitet werden.

Hilfe, welche Sendungen für welches Alter geeignet sind, gibt es im Internet unter www.flimmo.de. Dort haben Experten alle Kindersendungen, die auf den gängigen Sendern laufen, bewertet. Und das sind eine Menge. Rund 580 Stunden Kinderprogramm laufen pro Woche im Deutschen Fernsehen. Da den Durchblick zu behalten, sei nicht mehr möglich.

Eine gute Alternative seien – gerade für kleinere Kinder – ausgewählte DVDs. So könne man sich problemlos eine geeignete Sendung anschauen und sei sicher, dass nicht weiter gezappt wird oder das Kind durch Werbung manipuliert wird.

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