Ungeklärter Mord als Romanvorlage

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Mark Fahnert liest in Rennerde.

Nachrodt-Wiblingwerde - Mark Fahnert hatte in seiner Eigenschaft als Kripo-Beamter noch nichts mit dem mysteriösen „YOG’TZE“-Fall zu tun, der 1984 große mediale Aufmerksamkeit bekam. Diese kryptische, bis heute unentschlüsselte Notiz, hinterließ der aus dem Siegerland stammende Günther Stoll, bevor er in der Nacht zum 26. Oktober kurz vor der Autobahnanschlussstelle Hagen-Süd ums Leben kam. Diese Geschichte bildet die Basis für Mark Fahnerts neuen Roman.

Nach seinem erfolgreichen Thriller-Debut „Edom“ wagt der Sassenscheider etwas Neues. Das Erstlingswerk basierte auf einer Sage, der „YOG’TZE“-Fall ist echt. „Der ist bis heute aber nicht aufgeklärt“, berichtet Mark Fahnert. Noch heute rätseln User in Internet-Foren darüber, was die letzte Notiz von Günther Stoll bedeuten könnte. Entsprechend oft wurde der Sendebeitrag aus der Reihe „Aktenzeichen XY“ angeklickt, der heute noch bei Youtube abrufbar ist.

Fakt ist: Günther Stoll wurde in der Nacht zum 26. Oktober 1984 entkleidet und mit nahezu komplett abgerissenem Arm auf dem Beifahrersitz seines Golf I gefunden. Zwei Lkw-Fahrer hatten das liegengebliebene Fahrzeug unabhängig voneinander entdeckt und über eine Notrufsäule Hilfe alarmiert. Günther Stoll, nur noch bei schwachem Bewusstsein, konnte keine Angaben mehr zur Aufklärung machen. Er verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Fahnert recherchierte

Mark Fahnert erklärt: „Günther Stolls Verletzungen passten nicht zu den Unfallspuren am Fahrzeug. Zudem soll er nicht allein unterwegs gewesen sein.“ Stolls Ehefrau hatte ihren Mann vor seinem Aufbruch in seine Stammkneipe im Siegerland als aufgeregt und fahrig beschrieben. Später schilderte sie seinen Zustand so, als ob er seinen Tod vorausgeahnt hätte. Daheim hatte er das in keiner Sprache bekannte Wort „YOG’TZE“ auf einem Zettel notiert, wieder durchgestrichen und war später am Abend noch aufgebrochen, um ein Bier in seiner Stammkneipe „Papillon“ zu trinken. Bevor er daran nippen konnte, erlitt Stoll einen von Zeugen beobachteten Schwächeanfall. Eine der vermutlich letzten Personen, die Stoll im Anschluss an diese Szene lebend antraf, war eine Nachbarin aus seinem Heimatdorf. Sein Gesprächsgesuch zu später Stunde hatte sie abgelehnt. Weshalb Stoll nach dieser nächtlichen Begegnung die lange Fahrt in Richtung Sauerland antrat, weiß bis heute niemand.

Warum ins Sauerland?

Hier setzt Autor Mark Fahnert an. Er versetzt sich ins Jahr 1984 und konstruiert eine Geschichte rund um die Ereignisse. „Spannend ist das, weil diese Epoche ja weder Internet, noch Mobiltelefone bietet“, erklärt der Sassenscheider. Auch er hat schon gerätselt und recherchiert, um die Bedeutung von „YOG’TZE“ herauszufinden.

Dienstlich ist der Polizeibeamte allerdings nicht in den Fall involviert. Er ruht seit einigen Jahren, da es nie neue Ermittlungserkenntnisse gegeben hat. In diesen Tagen beendet Fahnert sein neustes Werk und bietet am Freitag, 4. März, ab 19 Uhr schon einen Vorgeschmack. Dann ist er im Café Klunterbunt zu Gast, um aus „YOG’TZE“ zu lesen. Sobald wie möglich will er den Roman in die Buchhandlungen bringen, ein Lektor gibt ihm derzeit den letzten Schliff. Fans können sich schon für die Lesung anmelden unter der Rufnummer 01731743875. Das ist empfehlenswert, da die Plätze im Café begrenzt sind.

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