Marcus Fluit coacht Schulanfänger

Auch Wiblingwerder Kinder können Erste Hilfe leisten

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Marcus Fluit von der Björn Steiger Stiftung erklärt den Kindern die ersten Schritte der ersten Hilfe. 

Nachrodt-Wiblingwerde - Was mache ich, wenn mein Freund auf dem Spielplatz stürzt und bewusstlos ist? Oder wenn Zuhause jemand die Treppe herunterfällt? Marcus Fluit, Bildungsreferent der Björn Steiger Stiftung, zeigte den zehn Schulanfängern im evangelischen Kindergarten Wiblingwerde, wie sie Erste Hilfe leisten können.

„Die Kinder, die sich in ihrem letzten Kindergartenjahr befinden, haben ein besonderes Programm“, weiß Erzieherin Christina Wygoda. Sie besuchen beispielsweise die Polizei und bekommen auch ihren ersten Erste-Hilfe-Kurs. Gemeinsam mit Maskottchen Sani Sanelli – ein kleiner Blutstropfen – führte Marcus Fluit die acht Jungen und zwei Mädchen an die Grundlagen der ersten Hilfe heran. „Ich finde, dass auch Kinder schon erste Hilfe leisten können“, sagt er.

Wo passieren die meisten Unfälle? Aufgeregt reagieren die Kinder auf die Frage und erzählen ihre Unfallgeschichten: „Ich habe mich mal am Ofen verbrannt.“ „Und ich bin im Schwimmbad ausgerutscht.“

Doch die meisten Unfälle passierten tatsächlich Zuhause, so Fluit. Gemeinsam mit den Schulänfängern simulierte er einen Treppensturz. Der „Patient“ lag regungslos da. „Er ist bewusstlos.“ Zunächst muss überprüft werden, ob der Gestürzte noch lebt. Woran merkt man das? „An der Atmung“, rufen die Kinder.

„Ihr könnt zuerst eure Hand auf den Bauch legen, wenn sie sich bewegt, dann atmet er noch“, erklärt Fluit. Ob das Herz schlägt sei auch ganz einfach herauszufinden. „Benutzt euer eigenes Stethoskop“. Einfach das Ohr auf die Brust legen – dann hört man den Herzschlag.

„Die Rufnummer 112 ist außerdem ganz wichtig!“ Der Referent erklärte den Kindern, wie sie an ein Telefon kommen, wenn sie keins dabei haben. „Es gibt ganz viele Möglichkeiten, schnell Hilfe zu holen.“

Neben dem Absetzen des Notrufs erlernten die Mädchen und Jungen auch die stabile Seitenlage. Den linken Arm hoch, den anderen auf den Bauch, das rechte Bein aufstellen und dann den Verletzten am Knie anfassen und auf die Seite ziehen – ist auch für die Kleinen machbar.

„Ganz wichtig: Ihr müsst dann den Kopf hochschieben und den Mund öffnen“, machte Fluit deutlich. So könne der Bewusstlose besser atmen. Auch Erbrochenes gelange so nicht in die Luftröhre. Besonders wichtig sei auch die Körperwärme, da der Körper im regungslosen Zustand Wärme verliere. „In jedem Geschäft und Auto befindet sich ein Verbandskasten, darin findet ihr eine Decke“, sagte Fluit und breitete mit einer Schulanfängerin die gold-silberne Rettungsdecke über dem „Patienten“ aus. Donnerstag, 18. Februar, geht es mit dem Kurs für die Schulanfängergruppe im evangelischen Kindergarten weiter.

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