Strahlender Sonnenschein zum Maifest des Heimatvereins

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Auf amüsante Weise zeigte Siegfried Kruse, Vorsitzender des Heimatvereins, einen alten Maibaumbrauch.

Nachrodt-Wiblingwerde - Pünktlich zur Mai-Veranstaltung des Heimat- und Verkehrsverein (HVV) strahlte die Sonne vom Himmel und lockte weit mehr als 200 Besucher auf den Wiblingwerder Dorfplatz. Es war für viele das große Wiedersehen nach dem langen Winter. Und noch dazu gab es ein äußerst unterhaltsames Programm.

Besonders aufgeregt waren die Kinder des Waldkindergartens. Sie hatten mit so vielen Zuschauern gar nicht gerechnet. Während sich die einen ein wenig eingeschüchtert verkleiden ließen, rannten andere schon aufgeregt als kleine Maikäfer durch die Gegend und riefen „Achtung, ich bin ein Maikäfer, Bahn frei“. Besonders die älteren Besucher beobachteten die kleinen Akteure mit großer Freunde.

„Nein, ist das niedlich“ war immer wieder zu hören. Auf ihren großen Tag hatten sich die Kinder natürlich gut vorbereitet. Sie präsentierten dem Publikum das Singspiel „Maikäfer Hugo“.

„Die Kinder interessieren sich gerade sehr für alles, was krabbelt. Wir haben schon viele Käfer im Kindergarten beobachtet“, erklärte Einrichtungsleiterin Nadine Richter. Und so sangen und tanzten die kleinen Maikäfer auf dem Dorfplatz. Die Geschichte erzählte von Hugo, einem glücklichen Käfer, der jedoch irgendwann von einem Kind in einer Kiste eingesperrt wird. Da fühlt sich der Käfer natürlich gar nicht wohl. Schließlich will er die Freiheit genießen. Aber ihm gelingt die Flucht.

Am Ende stimmte das Publikum sogar lautstark in den Refrain ein. Mit kräftigem Applaus wurden die Kinder für ihre Leistung belohnt. Doch das war nicht ihr einziger Auftritt. Auf amüsante Weise zeigte Siegfried Kruse, Vorsitzender des HVV, einen alten Maibaumbrauch.

Früher, so berichtete er, kämpften die Dörfer um den schönsten Baum. Und wenn man gegen einen Konkurrenten gar keine Chance hatte, wurde der Baum kurzerhand gestohlen. Wie das früher in Wiblingwerde ausgesehen haben könnte, zeigte er gemeinsam mit den Waldkindergarten-Kindern. Und zwar hatte die Jugend des Dorfs Lohagen einen prachtvollen Baum. Stolz waren sie auf ihr Wahrzeichen.

Das blieb auch im Nachbardorf nicht unbemerkt und die Bewohner heckten einen gemeinen Plan aus. Sie entsandten einen Geschichtenerzähler, der die Bewohner ablenkte. Währenddessen klauten die anderen den Baum. Eilig traten sie den Rückzug an – „daher nannte man das Dorf später auch Eilerde“, sagte Kruse.

Natürlich wollten die Lohagener ihren Baum zurück. Aber sie wollten nicht kämpfen. Stattdessen kamen sie mit Geschenken und man beschloss gemeinsam unter diesem schönen Baum zu feiern. Doch nicht nur die Kinder hatten ein Programm vorbereitet, sondern auch die beiden Männerchöre.

Der MGV Wiblingwerde und der MGV Frohsinn hatten Frühlingslieder im Gepäck, die zum Mitsingen und Mitschunkeln anregten. Nach rund einer Stunde Programm auf dem Dorfplatz ging es gemeinsam zur Heimatstube. Dort wurde noch stundenlang geklönt.

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