Literaturtipps im Lesecafé der Bücherei

+
Sabine Murza hat Gefallen gefunden an dem Buch über den Politiker Wolfgang Bosbach.

Nachrodt-Wiblingwerde - 9200 verschiedene Bücher stehen derzeit in den Regalen der Gemeindebücherei. Und das obwohl Gabriele Beil, Ansprechpartnerin für die Benutzer, erst vor gar nicht so langer Zeit kräftig ausgemistet hat. Ein Traum für Freunde jeglicher Art von Literatur – aber es ist auch gar nicht so leicht, in dieser Masse den Überblick zu behalten.

Von Lydia Machelett

Vier Mal im Jahr stellt ein Team daher Neuerscheinungen und Geheimtipps vor. So auch am Dienstagnachmittag im Lesecafé. Heiteres, Spannendes, Romantisches und Wissenswertes: Für jeden war etwas dabei.

Gabriele Beil und Sabine Murza sind ein eingespieltes Team. Als langjährige Büchereileiterin weiß Beil natürlich, was ihren Kunden gefallen könnte. Murza ist seit Jahren selbst Kundin der Bücherei und liebt die Literatur. Als erstes stellt Beil den Besucherinnen den neuen Roman von Elizabeth Strout „Mit Blick aufs Meer“ vor. Nicht umsonst wurde dieser ihrer Meinung nach mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

Die Geschichte spielt in Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Maine. Dort ist nicht viel los. Doch sieht man einmal genauer hin, ist jeder Mensch eine Geschichte und Crosby die ganze Welt. Strout füge diese Geschichten mit liebevoller Ironie und feinem Gespür für Zwischenmenschliches zu einem lesenswerten Roman zusammen, meint Gabriele Beil. Das zweite Buch, das sie an diesem Nachmittag vorstellt ist „Soko im Einsatz“. Unter Einsatz einer Sonderkommission gelang es Kriminalhauptkommissar Ingo Thiel, den Fall des kaltblütig ermordeten zehnjährigen Jungen Mirco zu lösen. „Der Kommissar hat dieses Buch selbst geschrieben und schildert sehr authentisch, wie die Arbeit funktioniert“, erklärte Beil.

Sabina Murza hingegen verwies erst einmal auf das große Zeitschriftenangebot in der Bücherei. Von Gartentipps über Frauenzeitungen und Motorsportblätter bis hin zu Fachmagazinen, gibt es an der Hagener Straße fast alles, was der Markt zu bieten hat. Murza gefällt besonders eine Zeitschrift mit Yoga-Übungen. „Da kann man einen schönen Einblick in den Sport bekommen“, sagt sie.

Richtig angetan hat es Sabine Murza zudem die neue Biografie über Wolfgang Bosbach. „Die ist sehr emotional geschrieben. Natürlich steht die Krebserkrankung im Vordergrund“, erklärt sie. Es sei der Lebenswille und die sympathische Art des Politikers, die sie begeistere – auch wenn sie sich sonst eher nicht für Biografien interessiere.

Das zweite Buch, das Murza im Lesecafé, ist deutlich düsterer. „Töte, wenn du es kannst“, der Kriminalroman von Susanne Mischke, verspreche Spannung von Anfang bis Ende, versichert sie. Erzählt wird die Geschichte eines verschwundenen Kindes: Nur für einen fatalen kleinen Moment lässt Tinka Hansson ihre schlafende Tochter aus den Augen, während sie vor der Markthalle am Göteborger Königsplatz einkauft. Als sie sich wieder umdreht, ist Lucie wie vom Erdboden verschluckt. Der erste Moment des Schreckens wird schnell zur grauenvollen Ewigkeit.

„Krimis gehen immer gut“, weiß Gabriele Beil. Besonders begehrt seien immer noch die Romane des Dänen Jussi Adler-Olsen. „Die sind fast immer vergriffen“, berichtet Beil. Ein echter Renner sei derzeit aber auch noch ein anderes Buch: „Ein Mann namens Ove“. „Das ist nicht einen Tag hier, dann ist es auch schon wieder weg“, verfolgt Beil die anhaltende Nachfrage. Erkennbar sei derzeit zudem ein großes Interesse an Sachbüchern. Insbesondere, wenn es um Politik geht. Beispielsweise interessierten sich derzeit offensichtlich etliche Besucher für den Syrienkonflikt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare