Zahl der Wohnungseinbrüche um 133,3 Prozent gestiegen

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Nachrodt-Wiblingwerde - Aufgebrochene Türen, ausgeräumte Schränke, durcheinander fliegende Papiere und Kleidungsstücke: Wenn Einbrecher in den eigenen vier Wänden waren, sitzt der Schock tief. Das Gefühl der Ohnmacht, die Erschütterung, dass ein Fremder in die Intimsphäre eingedrungen ist, hält sich Wochen, ja Monate. 28-mal ist dies im vergangenen Jahr in der Doppelgemeinde passiert – 16-mal mehr (und damit 133,33 Prozent) als 2014. Dies geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die die Polizei des Märkischen Kreises gestern bekannt gab.

Damit ist Nachrodt-Wiblingwerde mit Herscheid einsamer Negativ-Spitzenreiter, was die Steigung um weit mehr als 100 Prozent betrifft. Dabei war es wohl so, dass Nachrodt-Wiblingwerde plötzlich Ziel einer Tätergruppe wurde, die zwei/drei Wochenenden die kleinste Gemeinde des Kreises im Visier hatte. „Und dann war wieder Ruhe“, so erklärte es gestern Achim Spröde, Leiter der Direktion Kriminalität, im Rahmen einer Pressekonferenz.

Insgesamt wurde im Märkischen Kreis im vergangenen Jahr 1065-mal eingebrochen. Die Aufklärungsquote liegt bei (kläglichen) 10,5 Prozent.

Reine Zahlen, Daten und Fakten gibt es viele im „Kriminalitätslagebild“. So ist für Nachrodt-Wiblingwerde von zwei Sexualdelikten, zwei Vergewaltigungen und von einem sexuellen Missbrauch von Kindern in 2015 ebenso die Rede wie von 28 Körperverletzungsfällen – davon sieben, die als schwere oder gefährliche Körperverletzung bezeichnet werden.

Insgesamt gab es in der Doppelgemeinde 251 Straftaten und damit 51 mehr als noch 2014. Dabei schlagen das Thema Rauschgift (vier Delikte, alle aufgeklärt) und die Computerkriminalität (fünf Fälle) nicht nennenswert zu Buche. Im Gegensatz zum Diebstahl aus Pkw beispielsweise: 19-mal wurden Gegenstände aus Autos geklaut.

Die Kriminalitätsbelastung, wie es im Amtsdeutsch heißt, liegt im Märkischen Kreis insgesamt deutlich unter dem Landesdurchschnitt. In den größten Städten Lüdenscheid (9075) und Iserlohn (6948) sind auch die größten Probleme. Insgesamt gab es 25516 Straftaten im Kreis – eine Verringerung zu 2014 um 309 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt bei 52,71 Prozent und muss ein minimales Minus hinnehmen.

Doch zurück nach Nachrodt-Wiblingwerde. Es ereignete sich ein einziger Fall von Taschendiebstahl und ein Raubüberfall auf der Straße. Zudem wurden 46 Sachbeschädigungen angezeigt.

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