Fahrbahn auf 70 Metern unterspült

Anwohner in großer Sorge um ihre Klingestraße

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"Wir haben Angst, dass die Straße einbricht", sagt Susanne Rößner-Höllerhage

Nachrodt-Wiblingwerde -  Es ist ein romantisches Fleckchen Nachrodt – mit einem Hauch von einer Insel und wunderschönen alten Häusern. Eigentlich könnte es ein Paradies zum Wohnen sein, wenn nicht die Straße größten Kummer bereiten würde. Sie sackt hier und da ab und ist auf 70 Metern unterspült.

„Wir haben Angst, dass sie einbricht“, sagt Susanne Rößner-Höllerhage. Sie wohnt an der Klingestraße 17. Und was im vergangenen Jahr mit einem tiefen Loch in der Straße einen ersten dramatischen Höhepunkt erfuhr, geht jetzt in die nächste Runde. Vielleicht mit Happy End.

Die Klingestraße wurde im Juli 2015 zunächst provisorisch wieder hergestellt. Jetzt klafft schon wieder ein Graben. Das Problem der Anwohner: Sie haben bzw. hatten nach Auskunft von Susanne Rößner-Höllerhage keinen aktuellen Ansprechpartner. Denn die Familie Itani verkaufte die Straße. An wen, habe kein Bewohner der Klingestraße erfahren. „Wir fühlen uns vom Amt ziemlich auf die Rolle genommen. Wir haben mehrfach Frau Tupat um ein Gespräch gegeben. Das ist nicht zustande gekommen“, sagt Susanne Rößner-Höllerhage. „Aber sie kümmert sich ja nicht. Die Sekretärin wollte sich bei uns melden. Wir haben mehrfach beim Bauamt, beim Ordnungsamt und beim Einwohnermeldeamt nachgefragt, dass wir doch bitte die Adresse des neuen Eigentümers bekommen. Das hat man uns verweigert.“

 Dem widerspricht Axel Boshamer energisch. „Das stimmt so nicht. Natürlich bekommt sie den Namen. Wir mauern nicht. Warum auch?“ Und auch Birgit Tupat ist entsetzt über diesen Angang. „Es gab immer ein Gesprächsangebot. Aber man hat sich nie wieder bei mir gemeldet. Frau Rößner-Höllerhage wollte etwas organisieren, aber davon habe ich nie wieder etwas gehört.“

 Eigentlich hat die Gemeindeverwaltung mit der Klingestraße auch gar nichts zu tun. Die Buhmann-Rolle möchte sie sich deshalb auch nicht andichten lassen. Denn: Die Klingestraße ist eine Privatstraße. Dennoch wurde die Gemeinde im vergangenen Jahr tätig. „Wir haben die Straße 2015 aufgrund der Gefährdung gesperrt. Es war der zuständige Eigentümer nicht erreichbar und dann mussten wir handeln“, sagt Axel Boshamer. Nachdem die Müllabfuhr durch die Klingestraße gefahren war, hatte die Straße nachgegeben und war abgesackt. Die Sperrung war die erste Sicherungsmaßnahme. Schon damals sei übrigens die Firma Auer mit ins Boot genommen worden, jenes Unternehmen, das kurze Zeit später Obergraben, Wasserwerk und Klingestraße gekauft hat.

Davon wussten die Anwohner aber augenscheinlich nichts. „Bauunternehmer Müller hat uns mitgeteilt, dass die Straße mindestens 70 Meter unterspült ist. Wir kamen einfach nicht mehr zu unseren Häusern und haben die Autos kreuz und quer geparkt. Nach drei Wochen ist Frau Itani mit jemanden gekommen, der ein paar Schüppchen Splitt ‘reingeschüttet hat. Das war es dann“, erzählt Susanne Rößner-Höllerhage ihre Sicht der Dinge. Sie sucht den Schuldigen eher bei der Gemeindeverwaltung und erklärt, dass die Anwohnerschaft bereits über eine Klage gegen die Gemeinde nachgedacht habe.

Viele Emotionen um eine Straße. Und jetzt? Ein neues Loch. Mindestens 50 Zentimeter tief. Nachdem sich die Anlieger der Klingestraße völlig allein mit der Situation fühlten, riefen sie am Freitag die Polizei an. „Aber es ist niemand gekommen. Wir haben das Loch dann in Eigeninitiative aufgefüllt und abgesichert, damit niemand ‘reinstürzt“, sagt Susanne Rößner-Höllerhage. „Meine Nachbarin hat nun die Adresse des neuen Eigentümers herausbekommen. Er hat mir am Telefon versichert, dass ab August der Obergraben saniert wird und in diesem Zuge auch die Straße gemacht werde.“ Aufatmen in der Klingestraße. Auch Ordnungsamtsleiter Axel Boshamer hat die Dringlichkeit längst mit dem neuen Eigentümer gesprochen. „Dies zum Thema, wir kümmern uns ja nicht.“ Und so ist man ein paar Schritte weiter. Am  Donnerstag ( 7. April) soll es einen Ortstermin mit der Bezirksregierung, der Unteren Wasserbehörde und den Anwohnern geben.

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