Mehr als „nur klug“ sein

Bei dieser Übung müssen die Kinder auf einem Blatt Papier stehen, das durch Falten nach und nach immer kleiner wird.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Klug sein allein genügt nicht“ ist Martina Schmidt überzeugt. Deshalb gibt es im Familienzentrum Fibs an der Bachstraße das Programm „Kindergarten plus“.

Kindergarten plus ist ein Programm zur Stärkung der kindlichen Persönlichkeit. Es richtet sich an vier- bis fünfjährige Mädchen und Jungen in Kindertageseinrichtungen. Das Programm besteht aus neun Bausteinen, die Module genannt werden. Es soll die emotionale, aber auch die soziale Intelligenz der Kinder gefördert werden. An der Bachstraße geschieht das in einzelnen Workshops für die Kinder, die demnächst in die Schule gehen werden.

Entwickelt wurden die spielerischen Übungen von der Deutschen Liga für das Kind in Berlin. Unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten der Junioren sollen Basisfähigkeiten entwickelt und gestärkt werden, die für den Lernerfolg – ob in der Schule oder im späteren Leben – unverzichtbar sind. Dazu gehören Selbst- und Fremdwahrnehmnung, Einfühlungsvermögen oder Kommunikations- und Konflikfähigkeit, erklärt Martina Schmidt. Grundlegende Erkenntnis dabei: Jedem gestigen Lernschritt geht eine emotionaler Entwicklungsschritt voraus.

Alle Übungen erleben die Jungen und mädchen gemeinsam mit Tula und Tim, zwei Handpuppen, die bei den Junioren von der Bachstraße schnell sehr beliebt geworden sind. Es geht um Themen wie Körper, Sinne, Gefühle, Beziehungen, Grenzen und Regeln sowie um die Lösung von Konflikten.

Der dem Programm Kindergarten plus zugrunde liegende Bildungsbegriff orientiert sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Neurobiologie und Sozialwissenschaften, dass eben jedem geistigen Lernschritt ein emotionaler Entwicklungsschritt voraus geht. Die Kinderliga erklärt: „Kinder lernen durch Erfahren und Erleben, in Dialog und Zusammenspiel. Bildung heißt daher, Kinder emotional, aber auch sozial und geistig zu fördern. Studien mit Grundschulkindern zeigen, dass die Leistungen von Kindern und der Erfolg oder Misserfolg im schulischen Bildungssystem in hohem Maße davon abhängen, wie weit zuvor emotionale und soziale Fähigkeiten ausgebildet wurden.“ - Thomas Keim

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