Schmierereien an der Grundschule und am Holensiepen

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Das Entsetzen ist groß. Schmierereien gibt es allerorts - hier an der Grundschule Nachrodt

Nachrodt-Wiblingwerde -  Straßengraffiti als Ausdruckssprache der Jugend? Von wegen. Entsetzen allerorts. Unbekannte Täter haben sich mit Schmierereien an der Grundschule, der Sekundarschule, der Turnhalle und am Hallenbad verewigt. Das ganze Farb-Dilemma wurde am Sonntag entdeckt. Dabei gab es künstlerische Versuche ebenso wie wilde Zeichen und „Hurensohn“-Beschimpfungen an der Wand.

 „Wir haben Anzeige erstattet“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat und ist schockiert. Die Polizei war vor Ort. Gerüchte, wer denn am Sonntag (auch das Datum wurde gesprüht) mit Spraydosen durch die Gemeinde gezogen ist, machen die Runde.

Man geht von mehreren Tätern aus, da sehr deutlich verschiedene „Bilder“ und Schriftzüge erkennbar sind. Augenzeugen werden gebeten, sich dringend mit der Polizei oder der Gemeindeverwaltung in Verbindung zu setzen.

 „Die Kinder haben geweint“, sagt Schulleiterin Carsta Coenen. Fast fehlen ihr die Worte, so unfassbar findet sie die Aktion der Schmierfinken. Erst vor wenigen Tagen war ein frisch gestrichener Pfeiler böswillig verunstaltet worden, jetzt ist es eine komplette Wand. An dieser hatten sich die Kinder mit Handabdrücken verewigt, nachdem Meike Bormann-Engels einen großen Baum gemalt hatte (das AK berichtete).

 „Anwohner hatten auch schon Wodkaflaschen im Garten“, erzählt Bürgermeisterin Birgit Tupat davon, dass es in der Vergangenheit immer wieder abends Problemen auf dem Hof der Grundschule gab. Es wurden zudem bereits Hausverbote erteilt. Doch augenscheinlich reicht das nicht. Jetzt ist eine Kameraüberwachung im Gespräch.

Inzwischen empören sich viele Menschen auf der Facebook-Seite „Du bist Nachrodter, weil....“ Kommentare wie „Traurig, dass es dermaßen erbärmliche Menschen gibt, die es nötig haben, den Schulhof einer Grundschule zu versauen“ über „Hässlich und dumm. Mehr kann man dazu nicht mehr sagen! Kein Respekt, keine Erziehung“ bis hin zu „Das Problem ist, dass sich die Deppen nach Beseitigung des Schadens sofort dazu berufen fühlen, noch so ein hässliches Pseudo-Graffiti an die Wand zu schmieren“ gibt es allerorts nur Kopfschütteln.

Ein Thema war zudem das fehlende Jugendzentrum. „Ein Ort, wo sich die Jungs und Mädels treffen können. Ups, das wurde ja von der Gemeinde geschlossen. Na, das ist jetzt aber blöd“, heißt es auf Facebook. Diesen Zusammenhang zu ziehen, findet Sonja Hammerschmidt als Mitglied im Förderverein der Grundschule Nachrodt zu überzogen.

 „Es gibt immer welche, die nichts mit sich anzufangen wissen. Und ein Jugendzentrum hat nicht 24 Stunden geöffnet. Andere Städte mit einem großen Jugendangebot haben die gleichen Probleme“, sagt Sonja Hammerschmidt. Sie bedankt sich ausdrücklich bei der Gemeindeverwaltung. „Was dort im Hintergrund läuft, weiß ja kaum jemand. „Toll, dass man mit so einer Sache nicht allein gelassen wird.“

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