Heuernte auf Waldemey aus der Vogelperspektive

Heuernte auf den Wiesen der Pferdepension Waldemey: Auf dem Traktor sitzt Angelika Hummel. -   Foto: Lindenlaub

Nachrodt-Wiblingwerde - Dr. Karl-Heinz Lindenlaub, Besitzer der Pferdepension Waldemey bei Wiblingwerde hat jetzt einen Film über die Heuernte gedreht. Eigentlich ist der für seine Enkel bestimmt. „Er ist aber auch für Erwachsene interessant“, versichert Lindenlaub.

Wenn die Enkel von Angelika Hummel und Dr. Karl-Heinz Lindenlaub zu Besuch auf der Pferdepension sind, gibt es immer viel zu bestaunen. Die Pferde, die Hunde, die Katzen, aber natürlich auch die landwirtschaftlichen Geräte. Der Trecker, der Radlader, die Ballenzange, das Mähwerk und vieles mehr. „Was macht Ihr mit den Sachen?“, ist die meistgestellte Frage, die Lindenlaub nun mit einem Film über die Heuernte beantwortet hat.

Zwischen anderthalb und sechs Jahren jung ist die bunte Truppe. Und bei Familienfeiern kommen mindestens zehn kleine, hochinteressierte Hofbesucher zusammen. Damit die neugierigen „Kurzen“ einmal gefahrlos zuschauen konnten, wie die Pferdefutter-Erzeugung bei Opa und Oma abläuft, hat Karl-Heinz Lindenlaub das Geschehen in einem Film festgehalten. Denn es wäre dann doch zu gefährlich, wenn die kleinen Landwirtschafts-Fans zwischen den laufenden Geräten herumwuseln würden.

„Pferde-Heu wird später eingebracht als Kuh-Futter“, erklärt Lindenlaub. „Für die Rindviecher ist möglichst eiweißreiches Grünfutter wichtig, damit sie viel Milch geben. Junges Gras ist besonders eiweißreich, deswegen bringen Milchbauern schon sehr früh ihr Gras ein.“ Pferde seien entwicklungsgeschichtlich Steppentiere. Ihre Verdauung sei auf trockenes, älteres Gras eingestellt. „Eiweißreiches Gras tut ihnen gar nicht gut“, weiß Lindenlaub.

Deshalb begann die erste Heuernte auf Waldemey erst Anfang Juni, als das Gras schon etwas überständig war. Wann immer es ging, filmte Lindenlaub mit, wie er es seinen Enkeln versprochen hatte. Sehr hilfreich war wieder seine Kamera-Drohne. Denn aus der Vogelperspektive sieht man einfach mehr als aus den 80 Zentimetern Augenhöhe eines Vierjährigen.

Es entstand ein Sechs-Minuten-Film, der am Schluss auch noch das Silieren zeigt, das luftdichte Einwickeln des noch etwas feuchten Grases in eine Folie zum Weitergären. Bei der reinen Heuproduktion fällt dieser letzte Arbeitsschritt ja weg. Lindenlaub wollte aber seinen Jungstars möglichst viel „bieten“.

Los geht es mit dem Mähen. Im Film hängt Angelika Hummel das Mähwerk an und fährt los. Dann folgt das Wenden. „Das gemähte Gras soll luftig gleichmäßig verteilt werden, damit es schneller trocknet. Denn die nächste Regenfront wartet ja bei uns im Sauerland nicht lange“, erklärt Lindenlaub. Die Niederschläge würden wertvolle Inhaltsstoffe aus dem Gras herausspülen. Wenn das Gras genügend getrocknet ist, wird es geschwadert, also auf Reihen gezogen. Auch diese Reihen werden je nach Wetterlage und Trocknungsgrad wieder gewendet.

Schließlich kommt Nachbar Jochen Bäcker mit seiner neuen, modernen Ballenpresse. Sie nimmt nicht nur die Heu-Reihen auf und presst sie zu einem Rundballen. Sie wickelt auch während der Fahrt die Rundballen in eine weiße Silofolie ein. So eine (sündhaft teure) Presse lohnt sich nicht für die relativ kleinen Flächen der Pferdepension, etwa 15 Hektar.

Fast fertig. Jetzt holt Angelika Hummel noch mit dem Trecker und den Ballengabeln vorne und hinten am Fahrzeug die Ballen von der abgemähten Wiese. Karl-Heinz Lindenlaub richtet sie mit dem Radlader auf und stellt sie ordentlich in Reihe. So, und dann ist erst mal einige Wochen Ruhe bis zum nächsten Schnitt, wenn alles von vorne losgeht.

Alle Aufnahmen wurden danach zusammengeschnitten und vertont. „Das macht die meiste Arbeit,“ seufzt Lindenlaub, „Ich bin ja kein Profi.“ Seinen Enkeln hat er den Film bereits geschickt. „Sie können ihn gar nicht oft genug anschauen, sagen die Mamas“, berichtet Lindenlaub. Der Film sei aber auch für Erwachsene interessant: „Wann sieht man landwirtschaftliche Arbeiten heute noch so schön nah, sogar aus der Vogelperspektive, wenn man nicht gerade Landwirt ist?“

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