Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser: Werbung für Bundespreis

Kampf gegen die Verschwendung in Nachrodt 

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Die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser zu Gast im Edeka-Markt. Mit Kai Kantimm sprach sie über das Thema Lebensmittelverschwendung.

Nachrodt-Wiblingwerde - Fast weint er. Die Augen stehen ganz eng beieinander, die Mundwinkel sind nach unten gezogen, das einzige Blatt hängt ihm am Fruchtfleisch herunter. Ein Trauerspiel. 

„Zu gut für die Tonne“ ist neben dem traurigen Apfel zu lesen, der die Infobroschüre des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ziert – und den es auch als Aufkleber gibt. Warum? Jedes achte Lebensmittel wird weggeworfen. Auch in Nachrodt. Das soll sich ändern. 

Der Verschwendung den Kampf ansagen – das hat sich auch die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser auf die Fahnen geschrieben. Am Montag machte sie im Edeka-Markt Werbung für den Bundespreis, der für Projekte und Ideen vergeben wird, die das Engagement gegen Lebensmittelverschwendung fördern. 

Freitags kommt die Tafel

Mit einer preiswürdigen Idee konnte Kai Kantimm zwar nicht spontan aufwarten, allerdings arbeitet er schon seit längerem gegen die Verschwendung. „Freitags kommt die Tafel Iserlohn, montags und mittwochs der katholische Kindergarten“, erzählt der Inhaber des Edeka-Markes. Abgegeben werden dann Lebensmittel, „die ich selber noch essen würde, aber nicht mehr verkaufen würde.“ 

Den traurigen Apfel gibt es auch als Aufkleber.

Und so kam das Mindesthaltbarkeitsdatum natürlich auch zur Sprache: Viele Sachen könne man unbedenklich noch eine Woche nach dem Ablauf essen. Nur bei dem Titel „zu verbrauchen bis...“ sollte man auf das Datum achten. Grundsätzlich gilt: Was gut schmeckt, gut riecht und gut aussieht, ist in aller Regel noch gut. Dass Lebensmittel weggeschmissen werden, obwohl sie noch gut sind – vielleicht aber nicht mehr so gut aussehen – hat auch etwas mit Angewohnheit und mit fehlenden Ideen, wie man etwas verwertet, zu tun. 

Anregungen für kreative Resteküche

Deshalb schlägt Christel Voßbeck-Kayser Rezepte vor, die im Markt ausliegen könnten – für Smoothies beispielsweise. Oder für einen günstigen Möhren-Eintopf. Anregungen für die kreative Resteküche sowie Kochideen von Sterneköchen, Prominenten und Hobbyköchen gibt es auch unter www.zugutfuerdietonne.de.

Tatsächlich sind die Fakten rund um die Lebensmittelverschwendung bedenklich: Die Deutschen werfen pro Person und Jahr allein in den Privathaushalten 82 Kilogramm Lebensmittel in die Tonne. „Das sind zwei große Einkaufswagen voll“, sagt Christel Voßbeck-Kayser. Und 235 Euro, die im Müll landen. 

Richtige Lagerung 

„Goldene“ Regeln gibt es, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden: Statt mit Heißhunger in den nächsten Laden zu rennen, ist die beste Vorsorge eine gute Planung inklusive Einkaufszettel. Auch sollte man zu kleineren Packungen greifen und auf eine richtige Lagerung achten. Obst und Gemüse unten ins Gemüsefach, Fisch und Fleisch auf die unterste Ablage, Milchprodukte auf die mittlere, Käse- und Speisereste auf die oberste. Eier, Butter und Getränke haben ihren Platz in der Tür.

 Und etwas hatte Christel Voßbeck-Kayser auch selbst noch nicht gewusst – und jetzt von Kai Kantimm erfahren: Um Bananen haltbarer zu machen, wickelt man um den Strunk ein Stück Frischhaltefolie. Und: Äpfel und Tomaten strömen Ethylengas aus, das andere Obst- und Gemüsesorten schneller reifen lässt. Man sollte also nicht die Bananen und Äpfel in einer Obstschale aufbewahren. Kleine Kniffe mit großer Wirkung.

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