Ein Drahtesel und 25 000 Fotos

Bei seinen Touren hat der Wiblingwerder eine Menge von der Welt gesehen. Dieses beeindruckende Foto entstand zum Beispiel in der Weite Islands, dass Jürgen Kalf in diesem Jahr durchradelt hat.

Nachrodt-Wiblingwerde - Jürgen Kalf hat einen technisch versierten Helfer gefunden, der ihm beim Katalogisieren der 25 000 Fotos von seiner Reise durch Nordosteuropa unterstützt.

Der Werdohler Heiner Sembo hat die Bilder nicht nur nach Etappenzielen geordnet, sondern auch eine Medienschau davon erstellt. Die ist mit Musik und Sprachkommentaren von Jürgen Kalf hinterlegt. Premiere feiert der Film am 11. und 15. Dezember im Café Klunterbunt in Rennerde.

GPS-Tracking in der Kamera

Für die moderne Technik ist Jürgen Kalf dankbar. Dank GPS-Tracking in seiner Panasonic-Kamera lässt sich auch zwei Jahre nach seiner Fahrradreise genau feststellen, wann und wo ein Motiv aufgenommen wurde. Auch sein iPhone hat manch schickes Bild zustande gebracht. „Wir haben ganze Arbeitstage investiert, um alles zu sortieren und schließlich die schönsten Bilder auszusuchen“, berichtet der Wiblingwerder Jürgen Kalf.

Petersburg, Finnland, Schweden, Dänemark, Hamburg und unzählige kleine Inseln dazwischen hat Kalf während seiner 2013er Tour besucht. In vier Monaten sah er die Kathedralen und Naturwunder, fand viele neue Freunde und ernährte sich oft von dem, was er an Wald- und Wegesrändern finden konnte. „In Finnland gilt ja das Jedermannsrecht. Da darf man ungestraft Beeren und Pilze sammeln und sein Zelt aufschlagen, wo man es möchte“, berichtet er. So hat er viele neue Bekanntschaften geschlossen. Oft wurde dem deutschen Radtouristen Herberge geboten, nachdem man ins Gespräch gekommen war. „Einmal habe ich ein ganzes Haus zur Verfügung gestellt bekommen“, blickt der Weltenbummler zurück.

80 Minuten Reiseeindrücke

Unzählige Male ist er in seiner sauerländischen Heimat auf seine Reisen angesprochen worden. Bislang hat er aus dem Kopf heraus geschwärmt und erzählt. Die frisch erstellte Medienschau von 80 Minuten Dauer soll dabei helfen, die Reiseeindrücke lebendig zu machen.

„Dieser Film ist erst der Anfang“, berichtet der 69-Jährige. 2015 ist er nach Island ausgebrochen, wieder monatelang mit dem Fahrrad gereist. Unterwegs ist er aber bereits seit Jahrzehnten und in seiner Wohnung schlummern noch unzählige Diakästen, die er nun zur Digitalisierung gegeben hat, um weiteres Material für Reisefilme zu bekommen. Langfristig will Kalf mit den Aufnahmen auf Tour gehen, die Schönheit Europas und der umliegenden Kontinente auch anderen zeigen.

„Interessanterweise habe ich heute im Rentenalter viel mehr Energie“, beschreibt der Wiblingwerder sein Leben. Mit 30 war die Familie zu versorgen, das Blumengeschäft in Altena war jahrzehntelang Kalfs Lebensmittelpunkt.

„Mein Beruf als Florist hat mir aber damals schon die Augen für die Schönheit der Natur geöffnet. Deshalb zieht es mich heute in abgelegene Regionen, wo ich auf winzigen Inseln zwischen Gletschern seltene Pflanzen entdecken kann oder Bäume, die aus Felsspalten herauswachsen.“

Immer hinaus in die Natur

Jürgen Kalf verfügt über unbezahlbare Luxusgüter, um seine Träume zu verwirklichen: „Zeit, Gesundheit und Freiheit.“ Im Ruhestand hat er sein Auto verkauft, unternimmt auch in der Heimat alles mit dem Rad und bewohnt eine kleine Wohnung im Höhendorf. Oft zuhause ist er aber nicht: Den Weltenbummler zieht es immer hinaus in die Natur.

Der Weg ins Café Klunterbunt nach Rennerde ist für ihn aber nur ein Katzensprung am 11. und 15. Dezember. Dort startet jeweils um 19 Uhr seine Filmvorführung. Kalf steht seinen Gästen natürlich auch Rede und Antwort an diesen Tagen. Weil der Platz begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten: Cafébetreiberin Gisela Gundermann ist erreichbar unter 01 73/1 74 38 75.

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