Schäden durch Sturm Kyrill neun Jahre später noch spürbar

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Revierförster Christof Schäfer, Vorsitzender Ernst Ulrich Pühl und Geschäftsführer Hans Otto Seuster berichteten über Zahlen und Fakten zur aktuellen Situation der Waldbauern.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Waldbauern sind zufrieden. Die Stimmung bei der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft am Montagabend im Schloss Hotel Holzrichter war gut. Aber auch neun Jahre nach Sturm Kyrill leiden die Waldbesitzer unter den Folgen. Es werde noch gut zehn bis 20 Jahre dauern bis man das alte Niveau wieder erreicht habe.

1330,48 Hektar Wald umfasst die Fläche der Forstbetriebsgemeinschaft. Das sind rund 23 Prozent weniger als noch vor 15 Jahren. Die Erklärung hierfür liegt zum einen bei Sturm Kyrill und zum anderen darin, dass zwei Waldbesitzer mit größeren Flächen ausgetreten sind. Das erklärte Forstassesor Thomas Oppermann.

Er stellte die Ergebnisse der Forsteinrichtung vor. Eine Forsteinrichtung ist eine Art Inventur. Es wird geguckt, was für ein Bestand da ist, wie alt die Bäume sind, wo es Probleme gibt und wie viel verjüngt wurde. Daraus entwickeln sich dann nachhaltige Handlungsempfehlungen. Doch Oppermann war zufrieden.

Natürlich mache sich Kyrill deutlich bemerkbar in den Statistiken. Insbesondere im Bereich der alten Fichten seien die Zahlen schlecht. Prinzipiell gebe es in Nachrodt-Wiblingwerde aber ein gutes Verhältnis zwischen Baumarten und dem Alter der Pflanzen. 36,9 Prozent des Waldes besteht aus Fichten, 18,7 Prozent aus Buchen, 16,6 Prozent aus Traubeneichen und 13 Prozent aus Birken.

Zwölf Hektar neu aufgeforstet

Die restliche Fläche verteilt sich auf zahlreiche andere Arten. „Bemerkenswert ist die Birke. Aber das liegt ganz klar daran, dass sie sich auf den Kyrillflächen selbst angepflanzt hat“, erklärte der Fostassessor. Revierförster Christof Schäfer berichtete, dass im vergangenen Jahr insgesamt zwölf Hektar aufgeforstet und nachgebessert wurden. 25 425 Pflanzen wurden gesetzt.

Viel Zeit nahm der Freischnitt der Kulturen in Anspruch. Insbesondere rund um die Neuanpflanzungen auf den Kyrillflächen. Auf 59 Hektar wurden Adlerfarn, Brombeere und Birke entfernt, um den Bäumen ein Wachstum zu ermöglichen.

Dennoch seien die Ausfälle durch Begleitvegetation teilweise enorm. Zudem habe es durch Verpilzung auf einem Hektar Ausfälle in einer Lärchenanpflanzung gegeben. Ein weiteres großes Problem sind an einigen Stellen Mäuse.

„Erst fiel auf, dass die jungen Bäume schief standen. Bei genauerer Betrachtung sah man dann, dass die Wurzel komplett abgefressen war“, berichtete Schäfer. Betroffen seien fast ausschließlich Laubholzanpflanzungen. Dennoch will Schäfer keinesfalls klagen. Denn es gab auch eine positive Meldung. Was den Holzeinschlag betrifft, sind die Nachrodt-Wiblingwerder wieder nahezu beim Vor-Kyrill-Niveau angekommen.

„Allerdings sind die Preise leicht fallend. Aber immer noch auf einem hohen Niveau. Lediglich bei der Buche sind sie noch etwas zurückhaltend“, so Schäfer. Die Forstbetriebsgemeinschaft wurde nicht nur vom Forstassessor für nachhaltige Arbeit gelobt, sondern auch zertifiziert. Im Rahmen eines Audits wurde die Arbeit im vergangenen Jahr unter die Lupe genommen. Es gab keine Beanstandungen.

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