Launiger Blick auf Finanzwelt

Frank Lehmann. Das Einmaleins der Geldanlage und die wirtschaftlichen Zusammenhänge brachte der Finanzexperte aus Frankfurtauf unterhaltsame Weise auf den Punkt.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Volksbank wird 90 Jahre alt und alle feiern mit. 250 Gäste hatten sich eingefunden, darunter Kunden, Freunde, Vorstand und Aufsichtsrat.

Im Schlosshotel Holzrichter war am Freitag die lokale Finanzwelt versammelt – unter ihnen auch ein besonderer Gast. Denn „Mr. Börse“ Frank Lehmann ließ es sich nicht nehmen, der Bank persönlich zu gratulieren.

Aktienkurse, Börsengänge, Shareholder Value, Prognosen und die Griechenlandkrise: Eigentlich Themen, die viele überfordern und eher trocken sind.

Das Einmaleins der Geldanlage und die aktuellen finanzwirtschaftlichen Zusammenhänge brachte der Finanzexperte aus Frankfurt in einem eineinhalbstündigen Programm auf unterhaltsame Weise auf den Punkt. Doch so sehr sein Programm auch unterhielt, hinter jedem Augenzwinkern steckte auch viel Wahrheit. Ein launiger Blick auf eine Finanzwelt, die eigentlich gar nicht so kompliziert ist, wie sie auf den ersten Blick erscheint.

„Früher gab es die Drei-Sechs-Drei-Regel. Drei Prozent für die Anleger, sechs Prozent müssen die Kreditkunden zahlen und um drei Uhr geht’s zum Golfspielen. Doch das gilt schon lange nicht mehr. Die Finanzwelt ist schnelllebiger, komplexer und auch unberechenbarer geworden“, sagte Lehmann. Die Börse sei mittlerweile wie eine Frau. „Unberechenbar und unbelehrbar.“

Lehmann erklärte nicht nur, wie die Börse funktioniert und die Anleger ticken, sondern er hatte auch einige gute Ratschläge für die Anwesenden im Gepäck. „Emotion ist immer ein schlechter Ratgeber. Ebenso wie Gier“, sagte der Experte. Viel mehr solle man sich gut überlegen, was man tue. Und vor allem „auch, wenn es völlig undeutsch ist“, wie Lehmann erklärte, auch den Mut haben, einfach einmal abzuwarten. Oft würden Aktien viel zu schnell wieder verkauft. Gleichzeitig solle man die neuen „Großen“ im Auge behalten. Alles rund ums Thema Internet, neue Technologien und im Bereich Pflege seien Anlagemöglichkeiten mit großem Potenzial. „Sofern sie seriös sind“, schränkte der Experte ein.

Technologie sei Fluch und Segen zu gleich – zumindest an der Börse. Innerhalb einer Millisekunde werden mittlerweile 20 000 Aufträge ausgeführt. „Da kann keiner mehr kommen und aufpassen, dass ein Unternehmen nicht ins bodenlose stürzt“, sagte Lehmann.

Nicht zu viel solle man zudem auf die Prognosen geben. „Prognosen sind wie Laternen für Besoffene. Sie gibt dir nicht immer Licht, aber du kannst dich an ihr festhalten“, mahnte Lehmann. - Von Lydia Machelett

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