Weihnachten im Schuhkarton: Keine Nachfolger gefunden

Inge und Hermann Hülle haben einst von nahezu jeder angesprochenen Familie Unterstützung erfahren für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Jetzt findet das Paar keine Nachfolger mehr.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Wir können es einfach aus Altersgründen nicht mehr“, sagt Hermann Hülle. Und so müssen er und seine Frau Inge die ihnen so ans Herz gewachsene Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ in andere Hände geben. Aber in welche? „Wir haben einfach keinen Nachfolger gefunden“, sagt das engagierte Paar aus Rennerde.

Ein paar Päckchen kommen in diesem Jahr noch zusammen. Hermann Hülle hat sie wieder mit Liebe beklebt. Früher waren es allerdings immer unzählige Schuhkartons, die gefüllt werden konnten. „In den zehn Jahren von 2003 bis 2013 hatten wir 3300 Päckchen“, erzählt der agile Rentner. Und alle wurden zur Sammelstelle nach Lüdenscheid gebracht. Seit drei Jahren ist mehr oder weniger Schluss – zumindest offiziell. Jetzt wird nur noch im ganz kleinem Rahmen gepackt.

„Wir haben früher jede Familie angesprochen und ganz viel Unterstützung bekommen“, sagt Hermann Hülle, der aber das große Drumherum mit Einkaufen, Päckchen kontrollieren und eben diese auf die Reise schicken oder zur Sammelstelle bringen nicht mehr schaffen kann. Damit stellt sich die Frage: Wer aus Nachrodt-Wiblingwerde möchte in die Fußstapfen treten?

Weihnachten im Schuhkarton ist die weltweit größte Geschenk-Aktion für Kinder in Not. „Für viele der Kinder ist es oftmals das erste Geschenk ihres Lebens“, berichtet Hermann Hülle. „Weihnachten im Schuhkarton“ ist eine Aktion von „Geschenke der Hoffnung e.V.“

Nächste Abgabestellen sind die Markuskirche in Lüdenscheid oder der Filmpalast in Iserlohn.

Weihnachten im Schuhkarton“ ist Teil der weltweiten Aktion „Operation Christmas Child“, in deren Rahmen Kinder in rund 100 Ländern beschenkt werden. Die Päckchen aus dem deutschsprachigen Raum werden in diesem Jahr in Bulgarien, Republik Moldau, Polen, Rumänien, Slowakei, Ukraine, Weißrussland und der Mongolei verteilt.

Die Bitte der Verantwortlichen: Wer ein Päckchen packt, sollte eine bunte Mischung aus Kleidung (bitte neu und nicht gewaschen), Kuscheltieren, Hygieneartikel (wenn sie auslaufsicher verpackt sind), Spielzeug, Süßigkeiten (mindestens haltbar bis März des Folgejahres), Schulmaterialien und persönlichen Grüßen packen.

Mitmachen ist ganz einfach: Einfach Deckel und Boden eines Schuhkartons separat mit Geschenkpapier bekleben, das Päckchen mit Geschenken für einen Jungen oder ein Mädchen der Altersklasse 2 bis 4, 5 bis 9 oder 10 bis 14 Jahren füllen und in einer der Annahmestellen abgeben. Die bundesweite Aktion läuft bis zum 15. November.

Weitere Informationen, zum Beispiel über geeignete, aber auch ungeeignete Inhalte, gibt es unter der Webadresse www.weihnachten-im-schuhkarton.de.

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