Förderverein und Sponsoren könnten die Kurve retten

Stefan Dresel, Regina Tesmer und Sylvia Olbrich betreuten am Samstag den zweiten öffentlichen Infostand am Edeka-Markt. Immer mit dabei: Jugendzentrumsnutzerin Natalie, die sich für die Nachrodter Kurve stark macht. - Fotos: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Die magische Grenze von 500 Unterschriften hatte die Bürgerinitiative zum Erhalt des Jugendzentrums schon am Freitag erreicht. Weitere voll ausgefüllte Listen reichen derzeit noch aktive Helfer aus den Wohnvierteln ein. Sylvia Olbrich ist sehr zufrieden mit der Resonanz.

Bis zum 21. sammeln sie und ihre Mitstreiter weiter. Und gemeinsam kümmern sie sich auch um einen Plan B.

Auf den Idealfall verlassen sich die Aktivisten nicht: Selbst wenn 512 gültige Unterschriften von kommunalwahlberechtigten Nachrodtern zusammenkommen, heißt das nicht, dass das Jugendzentrum per Ratsbeschluss erhalten bleibt. Es braucht den Beschluss zum Bürgerentscheid und im Anschluss eine Mindestwahlbeteiligung von 20 Prozent, damit die Initiatoren Rechtssicherheit für ihre Pläne haben. „Darauf können wir uns nicht verlassen. Deshalb laden wir jetzt alle Bürger zur Ideenwerkstatt ein, um Vorschläge zum Fortbestand und zur Finanzierung der Nachrodter Kurve zu sammeln“, erklärt Stefan Dresel, der mit Ingo Graetz als Vertretungsberechtigter des Bürgerbegehrens auftritt.

Die Welle der Aufmerksamkeit ist bereits hoch geschlagen. Lange Erklärungsgespräche, wie noch beim ersten Infostand am Edeka-Markt vor einer Woche, muss diesmal keiner führen. Es braucht weitaus weniger persönliche Ansprache als noch vor wenigen Tagen. „Das Jugendzentrum ist jetzt im Bürgerbewusstsein angekommen. Das wollen wir nutzen, um mit vielen Einwohnern gemeinsam Ideen zum Erhalt zu entwickeln.“

Ein paar Vorschläge sind bereits zusammengekommen: Die Gründung eines Fördervereins und ein Sponsorenmodell wären denkbar, ebenso gezielte Veranstaltungen und Aktionen, die Geld in die Kasse spülen könnten. „Man kann auch das Bestehende nutzen und zum Beispiel die neuen Lenneterrassen vermarkten. Auch von diesen Einnahmen kann Geld fürs Jugendzentrum abfließen.“

Die Initiative will diese Idee schon vorab in die Tat umsetzen und lädt für Sonntag, 16. August, zu einem Kinderfest an der Rastatt ein. Spiel, Spaß und Programm sind geplant, Details werden in Kürze durch die Bürgerinitiative bekannt gegeben.

Deren Mitstreiter laufen aktuell sämtliche Wohngebiete auf Gemeindegebiet zu Fuß ab, um Unterschriften zu sammeln. „Ich persönlich bin ganz oft auch zum Gespräch ins Haus gebeten worden“, schildert Stefan Dresel seine Erfahrungen.

Streitgespräche gebe es in diesem Zug nicht. „Wir hören uns auch die Stimmen der Bürger an, die sich gegen den Erhalt aussprechen. Und das halte ich auch für wichtig, denn es ist ein entscheidender Bestandteil der Demokratie, seine Meinung frei äußern zu können.“

Das Stimmungsbild der Bevölkerung werde auf jeden Fall nützlich sein. „Unabhängig vom Ausgang geben wir dem Rat etwas, womit er arbeiten kann.“

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