Große Hunde kosten extra

So ist das auch in Nacxhrodt: Der Hund ist steuerpflichtig, aber nicht das Pferd.

Nachrodt-Wiblingwerde - Groß ist relativ? Nicht bei Hunden: Da hat der Gesetzgeber klar festgelegt, was unter einem „großen Hund“ zu verstehen ist. 20 Kilo und/oder ein Stockmaß von mindestens 40 Zentimetern sind die Grenze.

Eigentlich sollte jeder Hund gechipt und versichert sein – für große Hunde ist das im NRW-Hundegesetz ausdrücklich vorgeschrieben. Außerdem hat der Halter einen „Sachkundenachweis“ zu erbringen – eine Vorschrift, von der die Gemeinde in Eizelfällen aber abweichen kann.

Grundsätzlich verursache ein großer Hund mehr Verwaltungsaufwand, heißt es im Amtshaus. Deshalb nahm man dort wie in vielen anderen Städten auch einen Ball auf, den das Land den Kommunen zugespielt hatte. Sie dürfen seit diesem Jahr für die Registrierung eines großen Hundes eine besondere Gebühr erheben. Die Landesgebührenordnung empfiehlt 25 Euro – exakt diese Summe verlangt die Gemeinde seit Anfang Juli von allen Bürgern, die ein entsprechendes Tier anmelden.

Das ist eine einmalige Gebühr. Wenn es dann um die jährlich zu bezahlende Hundesteuer geht, ist es der Gemeinde egal, ob es sich um einen 80 Kilo schweren Bernhardiner oder einen 2,5 Kilo-Chihuahua handelt: Beide sind mit 70 Euro im Jahr dabei – vorausgesetzt, sie sind der einzige Hund im Haus. Wer in Nachrodt zwei Hunde hält, muss 170 Euro zahlen, drei Hunde kosten 300 Euro.

Das ist vergleichsweise günstig, wie ein Blick in die Nachbarstädte beweist. Iserlohn nimmt 90 Euro, wenn nur ein Hund gehalten wird, drei kosten dann schon 378 Euro. Noch teurer sind die Hagener Haustiere: 180 Euro kostet der erste Hund, drei schlagen mit 720 Euro zu Buche.

Nur Altena (66 Euro für den ersten Hund, 270 Euro für drei) ist günstiger, gehört dafür aber zu den Kommunen, die eine so genannte „Kampfhundesteuer“ eingeführt haben. Wer in der Burgstadt einen Rottweiler, Bit Pull oder sonstwie als potenziell gefährlich eingestuften Hund hält, der muss dafür mit 132 Euro doppelt so viel Hundesteuer zahlen wie für einen „normalen“. In Lüdenscheid kostet ein solcher Kampfhund sogar 864 Euro pro Jahr. In Nachrodt-Wiblingwerde habe man bisher noch keinen Anlass gesehen, eine solche erhöhte Steuer für gefährliche Hunde einzuführen, sagte Gemeindekämmerin Gabriele Balzukat gestern auf Anfrage.

Übrigens: Nicht alle Hunde kosten Steuern – Blindenhunde sind ebenso steuerfrei wie solche, die „an Bord von ins Schifffahrtsregister eingetragenen Binnenschiffen gehalten werden“, wie es in der Hundesteuersatzung der Doppelgemeinde heißt. Und für Wach- und Hütehunde können reduzierte Steuersätze beantragt werden. 

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