Vergiftete Köder im Gras

Unter Hundebesitzern in und um Wiblingwerde geht derzeit die Angst um, dass ihre vierbeinigen Lieblinge vergiftete Köder fressen könnten. Foto: Machelett

Nachrodt-Wiblingwerde - Vergiftete Köder versetzen Hundebesitzer in und um Wiblingwerde seit einigen Tagen in Angst und Schrecken. Sind die Köder wirklich für Hunde bestimmt? Ist im Höhengebiet etwa ein Hundehasser unterwegs?

Rudi ist ein lebensfroher kleiner Labrador-Welpe. Gemeinsam mit Frauchen Sandra Laknar entdeckt er gerade die Welt. So eine Erkundungstour rund um den Niggenhuser Hof in Wiblingwerde wäre dem kleinen Hund jetzt beinahe zum Verhängnis geworden. Beim Spazierengehen fraß er Rattenköder. Durch das Nervengift bestand akute Lebensgefahr für den Welpen. Er musste im Duisburger Klinikum behandelt werden.

Sandra Laknar ist mittlerweile froh, ihren Rudi wieder zuhause zu haben. Doch noch ist die Gefahr nicht vorbei. Zwar besteht derzeit keine akute Lebensgefahr für den Hund, jedoch konnten die Ärzte eventuelle Spätfolgen nicht gänzlich ausschließen. „Genau kann ich nicht sagen, wo mein Hund den Köder gefressen haben könnte. Allerdings kann es nur im Bereich des Spielplatzes oder des Waldkindergartens gewesen sein“, sagte Laknar.

Das Ordnungsamt der Gemeinde wurde sofort alarmiert. „Natürlich sind wir als Kommune verpflichtet, Rattenbekämpfung durchzuführen. Die findet allerdings in den Kanälen statt – und derzeit sowieso nicht. Also von uns kommen die Köder nicht“, erklärte Dirk Recker von der Gemeinde. Zudem seien sofort nach der Meldung Mitarbeiter des Bauhofs ausgerückt und hätten das Gebiet kontrolliert. „Wir konnten keine weiteren Köder oder etwas anderes Auffälliges entdecken“, erklärte Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Unter den Wiblingwerder Hundehaltern wird derzeit über einen Hundehasser diskutiert, der vielleicht böswillig die Köder ausgelegt haben könnte. „Es ist ja zur Zeit sehr verrückt, da es in zahlreichen Städten solche Vorfälle zu verzeichnen gibt“, sagte Laknar. Die Ärzte in der Klinik haben im Magen des Rüden Reste von Wurst und Nervengift gefunden, obwohl er daheim nur spezielles Welpentrockenfutter bekommt. „Das spricht für einen solchen Hundeköder“, erklärt die Besitzerin.

Auch in Veserde soll ein Hund bereits einen ausgelegten Köder gefressen haben. Und in Nachrodt gab es in diesem Jahr ebenfalls einen Vorfall, allerdings handelte es sich dabei nicht um Gift. Unbekannte hatten Rasierklingen im Gebüsch verteilt, die bei der Aufräumaktion gefunden wurden. Bürgermeisterin Birgit Tupat warnt zwar vor falscher Panik, appelliert aber auch an die Hundehalter, weiter wachsam zu sein. Wer einen Köder findet, sollte umgehend die Gemeinde informieren.

In Nachbarstädten wie Lüdenscheid, Halver und Hagen gab es bereits ähnliche Vorfälle. Besonders problematisch war die Lage zwischenzeitlich in Kamen. Dort wurden über einen längeren Zeitraum immer wieder Mettwurststücke mit Nadeln und Nägeln im Gebüsch gefunden. Etliche Hunde mussten notoperiert werden, eine Hündin erlag den inneren Verletzungen.

„Wir haben das Problem derzeit im Griff. Wir haben regelmäßig Kontrollen durchgeführt und immer wieder an die Hundehalter appelliert, ihre Tiere genau im Auge zu halten und wachsam zu sein“, erklärte Hanno Peppmeier, Stadtsprecher von Kamen, wie das einzig wirksame Mittel gegen die Attacken aussieht. Die enorme soziale Kontrolle sei es vermutlich auch gewesen, die den Täter schließlich verschreckt habe. Denn ermittelt wurde dieser bisher nicht. Auch Birgit Tupat hofft auf eine solche soziale Kontrolle. Zudem sollten Hunde an der Leine geführt werden.

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