"Aufmarsch" heute bei Amprion-Bürgerinfo-Markt

Nachrodt-Wiblingwerde - Mit aller Macht gegen die angeblichen „Monster“: Wenn heute (Donnerstag, 17. November) um 16.30 Uhr der Bürger-Infomarkt zu der geplanten 380kV-Höchstspannungsfreileitung in der Turnhalle Wiblingwerde beginnt, werden Gegner in Scharen „auf der Matte“ stehen.

 „Die neuen, bis zu 70 Meter hohen und damit doppelt so hohen Masten, betreffen dann nicht nur einzelne Grundstücksbesitzer, sondern wirken sich auf alle Bewohner der oberen Gemeindegebiete aus“, heißt es auf den Plakaten, die allerorts in Nachrodt-Wiblingwerde aushängen. „Ein reges Erscheinen sollte den Planern zeigen, dass dies nicht einfach hingenommen werden kann“, so die Aufforderung.

Die nicht absehbaren gesundheitlichen Folgen durch elektromagnetische Felder sind die größten Sorgen, die die Bürger plagen. Aber auch die Optik und der Werteverlust der Immobilien und Grundstücke sind Themen. Mehr als 100 Bürger haben sich per Whatsapp zu einer „Hochspannung Nein Danke“-Gruppe zusammengeschlossen. Dabei wollen sie sich für heute gut vorbereiten und nehmen die Erfahrungen aus anderen Städten mit in die Diskussion – wie den „Kampf“ der Bürgerinitiative „Menschen unter Strom“ beispielsweise, die im ständigen Austausch mit dem Netzbetreiber Amprion stand und nach eigenen Angaben eine „einvernehmliche Lösung“ für Garenfeld gefunden hat.

Von Ochsenkopf (Iserlohn) bis Attendorn ist der Abschnitt B, der für die Nachrodt-Wiblingwerder interessant ist. Und auch für die Lüdenscheider, für die es am Dienstagabend einen Bürger-Infomarkt in der Schützenhalle gab. Von der Höchstspannungsfreileitung sind Bewohner in Rosmart, Wettringhof und Brüninghausen betroffen, die ihre Skepsis bekundeten, aber eine sehr sachliche Diskussion mit den Vertretern von Amprion führten.

 Sachlich. So soll die Info-Veranstaltung heute auch sein. Politik und Verwaltung sind zu einem vorgeschalteten Termin eingeladen – von 14.30 bis 16 Uhr. „Unsere Erfahrung zeigt, dass die Presse sowie Politiker, Vertreter der Behörden und andere Träger öffentlicher Belange andere, häufig großräumigere Fragen stellen als Bürger, deren Interesse sich zumeist auf ihr unmittelbares Wohn- und Lebensumfeld fokussiert“, so die Mitarbeiter von Amprion.

Die Besonderheit in der Doppelgemeinde: Es wird neben der Bestandstrasse auch eine Alternativtrasse geprüft. Wie das AK berichtete, möchte Amprion diejenige Variante ins weitere Verfahren einreichen, „von der wir glauben, dass sie die größte Chance hat, durchzukommen“, so Amprion-Projektsprecher Claas Hammes.

Übrigens: Auch die Alternativtrasse wird nicht von allen bejubelt. Einige Grundstückseigentümer haben augenscheinlich schon ihre Ablehnung formuliert. Bürgermeisterin Birgit Tupat erhofft sich von der Veranstaltung heute umfassende Informationen für die Bürger. „Ich gehe davon aus, dass auch Luftbildaufnahmen gezeigt werden, auf denen man besser erkennen kann, wo die Masten bei beiden Trassen geplant sind“, so die Bürgermeisterin. Der letzte Beschluss des Rates datiert aus dem Jahr 2011. Darin wird der Alternative „Wiblingwerde Ost“ der Vorzug vor der Bestandstrasse mit Niggenhuser Hof/ Harpkestraße gegeben. Gleichzeitig wurde aber schon damals darauf hingewiesen, dass diese Trasse so gebaut werden solle, dass eine Beeinträchtigung für die Wohnbebauung unterbleibe. Denn die Alternativtrasse wäre näher an Eilerde, Hallenscheid, Kreinberg und Grenningloh.

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