Von der Wiege bis zum Schluss: Fahr Bürgerbus, fahr Bürgerbus!

Ewald Pischke (l.) und Gerlinde Sülberg-Müller wurden von Franz Heckens und Herbert Ferreau für 20-jährige Mitgliedschaft geehrt.

NACHRODT-WIBLINGWERDE -   Herzlich ging es zu, als der Bürgerbusverein Nachrodt-Wiblingwerde am Samstag seinen 20. Geburtstag in der Rastatt feierte. Zu diesem Anlass hatten Siegfried Kruse (Heimat- und Bürgerverein) und Sonja Hammerschmidt (UWG) sogar jeweils ein Gedicht mitgebracht. Eins davon hatte eine eindeutige Botschaft: „Von der Wiege bis zum Schluss - Fahr Bürgerbus, fahr Bürgerbus!“

Es ist immer eine kluge Entscheidung, den Bürgerbus zu nutzen. Er spart die Unterhaltung eines eigenen Fahrzeugs, oft trifft man nette Bekannte während der Fahrt und ein Anekdötchen gibt’s oft gratis dazu. Der letzten Seite im dicken Geburtstagsheft hat der Bürgerbusverein extra eine Schmunzelecke gewidmet mit einem Best of der witzigsten Begegnungen aus 20 Jahren - es gab viel mehr, als aufgeschrieben wurden.

Gedacht hätte das keiner, als sich am 3. November 1995 die ersten Interessenten zur Gründungsversammlung zusammenfanden und sich vertagen mussten mangels Fahrermasse. Am 26. April 1996 gelang es schließlich. Unterzeichner der Gründungsurkunde waren damals Gerlinde Sülberg-Müller und Ewald Pischke. Beide sind bis heute im Verein aktiv - und erhielten am Samstag dafür die selten vergebene Urkunde für 20-jährige Mitgliedschaft. „Die gibt es nur, wenn man was tut für seinen Bürgerbusverein“, erklärten Vorsitzender Herbert Ferreau und Franz Heckens, Vorsitzender des Vereins Pro Bürgerbus NRW. Heckens selbst machte den Nachrodt-Wiblingwerdern keinen Vorwurf für den holprigen Start: „Ich habe einst selbst nicht an den Erfolg der Bürgerbusinitiative geglaubt. Sie und 129 weitere Vereine im Land beweisen heute das Gegenteil!“

Allein zwölf Bürgerbusvereine aus dem Märkischen Kreis gratulierten am Samstag den Nachrodtern und auch die Kollegen aus Wipperfürth schauten vorbei. Hinzu gesellten sich weitere treue Wegbegleiter wie Ralf Engelsberger vom Autohaus Jürgens, das drei von vier Bussen an die Nachrodt-Wiblingwerder Initiative lieferte. Und auch die Märkische Verkehrsgesellschaft, vertreten durch Peter Bökenkötter, sparte nicht mit Lob für die gute Zusammenarbeit: „Wir mussten in unseren Fahrzeughallen noch nie einen Nachrodter Bürgerbus reparieren in 20 Jahren. Chapeau!“ Als Geschenk gab’s von der MVG einen Gutschein über 200 Liter Diesel, einzulösen in der Betriebsstätte. Dass immer genug Sprit im Tank und Luft in den Reifen sein möge, ist zum Reisesegen der Bürgerbusinitiativen geworden. Das Wichtigste aber sind ehrenamtliche Fahrer, die den Betrieb buchstäblich am Rollen halten, und Fahrgäste, die das Angebot nutzen. Beides gibt es in Nachrodt reichlich und Herbert Ferreau dankte allen Unterstützern sehr.

Auch Bürgermeisterin Birgit Tupat konnte dafür gewonnen werden, sich hinters Steuer zu setzen. „Es ist eine schöne Aufgabe!“ versicherte sie und lobte vor allem den sozialen Stellenwert des Bürgerbusses.

Geselligkeit kam natürlich auch am Samstag nicht zu kurz: Gefeiert wurde mit einem leckeren Mittagsbüffet, netten Gesprächen und feiner Begleitmusik von Alleinunterhalter Baldur Brinkmann.

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