Ortsheimatpfleger für Nachrodt-Wiblingwerde dringend gesucht

Der Ortsheimatpfleger beschäftigt sich auch mit der Historie von Nachrodt-Wiblingwerde.

Nachrodt-Wiblingwerde - Hermann Boshe-Plois, der viele Jahre die Geschicke des Heimat- und Verkehrsvereins mitgeleitet hat und zweiter Vorsitzender ist bzw. war, zieht sich aus dem Amt zurück.

Hermann Boshe-Plois, der viele Jahre die Geschicke des Heimat- und Verkehrsvereins mitgeleitet hat und zweiter Vorsitzender ist bzw. war, zieht sich aus dem Amt zurück. Und so steht eine wichtige Neuwahl im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 14. April ab 19 Uhr im Gasthof „Zur schönen Aussicht“ an. „Wir sind in Gesprächen. Ich hoffe, dass es einen reibungslosen Übergang geben wird. Die Zeichen stehen gut“, sagt der Vorsitzende Siegfried Kruse. 

Ärger im Verein habe es nicht gegeben – Hermann Boshe-Plois stellt sich aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Ein Thema, das nicht während der Hauptversammlung diskutiert wird, aber dennoch auch den Heimat- und Verkehrsverein berührt, ist die Suche nach einem neuen Ortsheimatpfleger. „Wir haben viele Anläufe gemacht und auch verschiedene Namen ins Gespräch gebracht, aber niemand möchte das Amt annehmen“, sagt Siegfried Kruse. „Es ist einfach zu viel Arbeit.“

Zeit investieren

Der Ortsheimatpfleger oder die Ortsheimatpflegerin muss historisch sehr interessiert sein und viel Freizeit opfern, um Quellen aufzustöbern und Hintergründe herauszufinden. Er oder sie muss ein Faible für Geschichte haben – und Zeit investieren. Karl Kurt Heering war Ortsheimatpfleger aus tiefster Überzeugung. Seit seinem Tod vor ein paar Monaten ist die Stelle verwaist. Auch Kreisheimatpfleger Rolf Klostermann hofft dringend, dass sich noch ein neuer Ortsheimatpfleger findet. Er ist für die Ernennung eines solchen zuständig. Normalerweise, so sagt er, gebe es im ländlichen Raum weniger Probleme, Ehrenamtliche für diesen wichtigen Posten zu finden. „Insofern ist das der nicht erwartete Fall“, so Klostermann.

 Der Gemeinde fehle ohne Ortsheimatpfleger eine wichtige Stimme in Ausschüssen. Und jemand, der sich parteiübergreifend für die Belange des Brauchtums einsetzen könne und ein Mandat habe. „Und mir fehlt jemand, der mir Informationen gibt, wenn es sich um Naturschutz, Baumschutz, Denkmalpflege dreht. Es geht um Bestandschutz und Weiterentwicklung gleichermaßen“, erklärt der Kreisheimatpfleger. So würden die Heimatpfleger beispielsweise auch beim Thema Windkraft vermitteln. „Es gibt viele Themen, wo man durchaus einen Ortsheimatpfleger vermissen kann.“ Händeringend hat sich auch die Gemeindeverwaltung um einen neuen Ortsheimatpfleger bemüht. „Aber alles, was das Ehrenamt betrifft, wird nicht gerade mehr. Das ist natürlich der Zeit und der Situation geschuldet“, sagt Kämmerin Gabriele Balzukat. „Man kann auch schlecht beschreiben, was das Amt alles beinhaltet. Allerdings hat dies auch niemand nachgefragt“, ist Balzukat etwas ratlos, versteht aber, dass viele Menschen größten Respekt vor der Aufgabe haben. 

Ortsheimatpfleger ist ein Ehrenamt

Der Ortsheimatpfleger ist übrigens Mitglied im Planungs- und Bauausschuss. Kundige Leute gebe es – zum Beispiel im Heimat- und Verkehrsverein. „Aber alle sagen: ‘Das trau ich mir nicht zu’“, gibt Siegfried Kruse zu. Das Amt des Ortsheimatpflegers ist ein Ehrenamt. In Nachrodt-Wiblingwerde gehört der Ortsheimatpfleger auch dem Heimatverein an. Wer sich angesprochen fühlt, kann mit der Gemeinde Kontakt aufnehmen. Ansprechpartnerin ist Gabriele Balzukat unter Telefon 02352/93830.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare