Zunftbaum wechselt Standort

Vom Märkischen Platz geht es zum Wiblingwerder Dorfplatz

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Reinhard Ittershagen mit einem Teil der Wappenschilder. Sie sollen einen neuen Platz in der Dorfmitte bekommen.

Nachrodt-Wiblingwerde - An sich ist es eine schon 40 Jahre alte Geschichte, die jetzt aber ihr Ende auf dem Dorfplatz von Wiblingwerde finden soll. In den 1970er Jahren war den Reihen des MGV Frohsinn Nachrodt die Idee aufgekommen, den Märkischen Platz mit einem Zunftbaum zu versehen.

Federführend war damals Karlfried Murza, der die Überlegung in den Vorstand des Gesangvereines einbrachte. Die Idee wurde begeistert aufgenommen und der Kontakt zur Gemeindeverwaltung gesucht. Auch dort stieß die Idee auf Gegenliebe. 

Die Gemeinde ließ daher so genannte Zünftewappen erstellen. Diese Wappen stellten grafisch die Handwerksbetriebe der Gemeinde dar. Angebracht wurde der Zunftbaum in einer Stahlhülse, die in den Boden einbetoniert wurde. In ihr wurde dann der Stamm befestigt, an dessen Ende die Schilder befestigt waren. 

Dieser Zunftbaum stand über viele Jahre hinweg auf dem Märkischen Platz. Doch im Laufe der Zeit wurde der Baumstamm marode und drohte unter der Last einzuknicken. Daher wurden die Wappen – und natürlich der Baumstamm - entfernt. Die Hülse steht allerdings heute noch. 

Das war vor rund zehn Jahren. Die Wappenschilder und das dazu gehörige Gestänge wurden dann im Bauhof in Wiblingwerde gelagert. Die farbenfrohen und schmucken Schilder hatten damit ausgedient. Die jahrelange Lagerung haben sie jedoch unbeschadet überstanden. Davon erfuhr Hermann Boshe-Plois. Nach Rücksprache mit dem Heimat- und Verkehrsverein wurden die Wappenschilder dann in die Remise geschafft und dort gelagert. 

Zunächst bestand der Plan, die Schilder an der Außenwand der Remise anzubringen. Doch das wurde verworfen. Reinhard Ittershagen und Josef Fieroch – beide ebenfalls vom Heimat- und Verkehrsverein - recherchierten zunächst die Eigentumsverhältnisse. Diese Recherche ergab, dass die Wappenschilder vor rund 40 Jahren auf Kosten der Gemeinde hergestellt wurden und sie nach wie vor als Eigentümerin anzusehen ist. 

Es folgte dann die Überlegung, ob es möglich sei, diesen Zunftbaum auf dem Dorfplatz von Wiblingwerde aufzustellen. Die Gemeindeverwaltung gab sofort ihre Zustimmung. Insbesondere Bürgermeisterin Birgit Tupat unterstützt das Projekt. Klar ist, dass der Zunftbaum auf dem Dorfplatz aufgestellt wird. Unklar ist derzeit noch, in welcher Form das geschehen soll.

Angedacht ist ein stabiler Metallmast, ähnlich dem, wie er für größere Richtungsanzeiger an Fahrbahnen gebräuchlich ist. Zur Aufstellung des Zunftbaumes bedarf es aber möglicherweise einer Sondergenehmigung. Auch statische Berechnungen müssten gegebenenfalls erfolgen.

Zuständig dafür ist Josef Fieroch. Er wird abklären, in welcher Art und Weise der Zunftbaum sicher, insbesondere aber auch wetterfest, aufgestellt werden kann. Ittershagen: „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr eine Regelung finden können. Denn dieser Zunftbaum wird definitiv ein Hingucker werden“. 

Bei einigen der Wappen ist allerdings noch nicht ganz klar, welchem Handwerk sie zuzuordnen sind. Hier kommt Ernst Schnepper –ebenfalls seit vielen Jahren im Heimatverein aktiv - ins Spiel. Er ist bereits mit dem Thema befasst.

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