Grundschüler finden mehr Müll als gedacht

Wie hier in Wiblingwerde, fanden die Grundschüler am Freitagmorgen jede Menge Müll, den andere achtlos in die Natur geworfen hatten. Manchen machte das Aufräumen trotzdem richtig Spaß. Foto: Machelett

Nachrodt-Wiblingwerde - Mit Gummistiefeln, Warnweste und Müllbeuteln ging es los. Grundschüler aus Nachrodt und Wiblingwerde hatten am Freitag eine Mission: „Wir machen die Gemeinde sauber.“ Und die Kinder fanden mehr Müll als sie eigentlich gedacht hätten.

„Wir konnten uns an dem Säuberungstag der Gemeinde aus terminlichen Gründen nicht beteiligen. Aber auch wir wollten mit den Kindern etwas für die Gemeinschaft tun und so haben wir beschlossen, einen eigenen Müllsammeltag durchzuführen“, erklärte Lehrerin Ulrike Geiser. Und so stand statt Rechnen und Schreiben gestern Aufräumen auf dem Stundenplan der Grundschüler.

Mit Eifer gingen die Kinder ans Werk. „Igitt! Guck mal, Zigaretten.“ Robin war entsetzt. Überall auf dem Bürgersteig lagen die Stummel. Ausgetreten und zum Teil schon aufgequollen durch den Regen, waren sie für die Kinder mit den Zangen schwer zu greifen. Schnell entwickelte sich das Einsammeln der Zigarettenkippen zu einem kleinen Geschicklichkeitsspiel. „Also mir macht es Spaß, aufzuräumen. Besser als Reli“, sagte Leonie.

In Wiblingwerde suchten die Kinder zunächst in Richtung Hallenscheid nach Müll. Später ging es kreuz und quer durchs Dorf. Die Müllsäcke füllten sich rasant, denn an jeder Ecke fanden die kleinen Aufräumer etwas. Im Wald waren es besonders häufig Taschentücher, Flaschen und Absperrbänder. In Nachrodt wurden immer wieder Hundekotbeutel gefunden. Die Hundehalter hatten die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zwar aufgesammelt, dann aber offensichtlich samt Tüte im Gebüsch entsorgt. Da konnten die Kinder nur die Nase rümpfen.

„Also wenn wir auf dem Spielplatz sind, dürfen wir unsere Gummibärentüten auch nicht einfach fallen lassen. Dann dürfen das die Erwachsenen doch auch nicht“, brachte es Lina auf den Punkt. Denn wie die Kinder spielerisch lernten, schadet der Müll nicht nur der Natur, sondern vor allem den Tieren. Die kriechen beispielsweise in die Tüten rein und kommen nicht mehr heraus. Vögel sterben, weil sie Plastik fressen und Rehe und Wildschweine verletzten sich durch scharfe Kanten an Mäulern und Beinen.

„Natürlich wird die Aktion auch Thema im Unterricht sein. Einige Kollegen haben es im Vorfeld gemacht, bei uns steht das Thema Umweltschutz nächste Woche auf dem Programm“, erklärte Ulrike Geiser. Schließlich sei es wichtig, mit den Kindern das Erlebte aufzuarbeiten und ihnen verständlich zu machen, warum solche Aktionen so wichtig sind.

Arbeits- und Gummihandschuhe hatten sich auch die die Jungen und Mädchen der Grundschule Nachrodt übergestreift. Mit Müllsäcken und Abfallpickern, die sonst zur Schulhofreinigung benutzt werden, machten sie sich an die Arbeit. Schon direkt vor dem Schulhof wurden die Kinder fündig, wo sich viel Kleinstplastikmüll und Zigarettenkippen angesammelt hatten. Die Nachrodter Erstklässler schwärmten in den Bereich Hochstraße, Ehrenmal und Im Grund aus, Jahrgangsstufe 2 machte sich in Richtung Amtshaus auf den Weg, während sich die Drittklässler zum Dümpel und zur Hexeneiche begaben. Rund um Stadion und Lennehalle machten die Mädchen und Jungen aus den vierten Klassen sauber.

Im Vorfeld hatten sich die Kinder intensiv mit dem Thema Umweltschutz auseinandergesetzt, Müllbilder gemalt und sich darüber informiert, welche Abfälle der Natur schaden. Biologisch abbaubare Reste wie Apfelkerngehäuse schaden dem Wald nicht. Die konnten guten Gewissens liegen bleiben. Trotzdem wurden die Säcke innerhalb des vierstündigen Müllwandertags voll. Die Kinder und ihre Begleitpersonen mussten allerdings nicht alle Funde zurück zur Schule schleppen, sondern konnten auf die Hilfe des Bauhofs setzen, dessen Mitarbeiter an Sammelstellen vorbeikamen und die blauen Beutel mitnahmen. Die Nachrodter und Wiblingwerder Grundschüler selbst sind schon gut für das Thema Umweltschutz sensibilisiert: „Die Kinder ärgern sich über den Müll, der auf der Straße liegt. Deshalb waren sie auch eifrig dabei, als wir den Tag geplant haben“, so Schulleiterin Carsta Coenen.

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