Windkraft: Hat der Rat zu Recht Einvernehmen verweigert?

Windräder im Sonnenuntergang in Veserde – für viele nicht idyllisch.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Dass der Rat so entschieden hat, wie er entschieden hat, weiß ich aus der Zeitung“, sagt Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper – und meint die Absage der Nachrodt-Wiblingwerder Kommunalpolitiker an das Vorhaben, weitere Windräder in Veserde aufzustellen.

Nach einem wochenlangen Beratungs- und Diskussions-Marathon mit Fraktionssitzungen, Bürger-Informationsveranstaltung, Ausschuss-Sitzungen und vielen Leserbriefen im AK entschied der Rat einstimmig, die Planungen zur 22. Änderung des Flächennutzungsplanes einzustellen und sich auf die vorhandene Vorrangzone zu berufen. Wenn es nach den Politikern geht, soll es also keine weiteren Windräder geben. Doch wie geht es weiter?

„Ich warte auf die offizielle Stellungnahme der Gemeinde“, sagt die Kreisdirektorin. Sodann wird sie überprüfen, ob der Rat zurecht sein Einvernehmen verweigert hat. Bei der Komplexität des Sachverhaltes könnte das einige Zeit in Anspruch nehmen.

Das Ergebnis sei komplett offen. „In diesem Zusammenhang werde ich mir die aktuelle Vorrangzone anschauen.“ Es stelle sich die Frage, ob man mit den bestehenden Anlagen der Windkraft unter heutigen Gesichtspunkten substanziellen Raum eingeräumt habe.

Parallel wird das rechtliche Verfahren, der Bauantrag von der Betreibergesellschaft „Naturstrom Veserde“ beim Fachdienst 46 „Bauen und Immissionsschutz“ des Märkischen Kreises weiter bearbeitet.

„Sie wollten den Bürgern aus Veserde nicht auf die Füße treten“, kommentiert Ulrich Vogel für „Naturstrom Veserde“ die Entscheidung der Kommunalpolitiker, die aus seiner Sicht der Dinge eher „Kaffeekränzchen-Politik“ ist. „Sie haben nicht die Sache abgestimmt. sondern das Gefühl“, so Vogel. „Wenn der Kreis anders entscheidet, haben die Nachrodter eine weiße Weste. Aber das wollen wir gar nicht schlecht reden. Wir haben Plan B. Wenn es darauf ankommt, werden wir eine Klage einreichen.“ Jetzt wolle man aber zunächst einmal in aller Ruhe die Entscheidung des Märkischen Kreises abwarten. „Wir haben bis auf einen Rundumschlag dazwischen in Ruhe unsere Arbeit gemacht und warten jetzt ab“, sagt Ulrich Vogel.

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