Gemeinde findet keine weiteren Spielplatzpaten

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Allein auf dem Spielplatz: Ausschussvorsitzende Susanne Jakoby (l.) und Bürgermeisterin Birgit Tupat warteten am Donnerstag vergeblich auf potenzielle Pflegepaten für Spielplätze.

Nachrodt-Wiblingwerde - Einsam und allein saßen Bürgermeisterin Birgit Tupat und die Sozialausschussvorsitzende Susanne Jakoby am Donnerstagnachmittag auf dem Spielplatz In der Dellen. Gehofft hatten sie auf viele spielende Kinder und vor allem auf einige potenzielle Spielplatzpaten. Doch dort war niemand – ein enttäuschendes Ergebnis.

Dabei gehört der Spielplatz unterhalb der Tennisplätze sicherlich zu den schönsten in der Gemeinde. Umrandet von hohen Bäumen, mit gepflegten Spielgeräten und einer riesigen Wiese, lädt er eigentlich zum Toben und Entspannen geradezu ein. Genutzt wird er dafür offensichtlich nicht, zumindest nicht am Donnerstag. „Dass wir hier kein Kind sehen, irritiert uns schon ein wenig. Seit knapp einer Stunde sitzen wir schon hier“, erklärte Jakoby. In dieser Stunde wollten die beiden Politikerinnen mit den Kindern ins Gespräch kommen, hören, was ihnen fehlt und vor allem neue Spielplatzpaten finden. „In anderen Städten und Gemeinden klappt das mit den Spielplatzpatenschaften super. Bei uns irgendwie nicht. Keine Ahnung, woran das liegt“, sagte Tupat.

Spielplatzpaten kümmern sich ehrenamtlich um die Pflege der Anlagen. Sie mähen den Rasen, räumen den Müll weg und melden der Gemeinde, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Die Mitarbeiter des Bauhofs können diese Arbeit alleine kaum leisten, außerdem kostet die Pflege viel Geld. Insgesamt acht Spiel- und drei Bolzplätze müssen unterhalten werden. „Wir haben einen Mitarbeiter, der nur dafür zuständig ist, in regelmäßigen Abständen die Anlagen in der Gemeinde und in Altena zu kontrollieren. Aber das reicht nicht“, sagte Tupat. Zwar sind die Anlagen gepflegt und große Probleme mit Vandalismus gibt es nicht – dennoch ginge es besser. Und wie, das sieht man auf dem großen Spielplatz am Niggenhuser Hof und auf dem Veserder Bolzplatz. Dort haben sich nämlich Paten gefunden. Seit zwei Jahren versucht die Gemeinde das Konzept daher weiter zu etablieren. Ohne großen Erfolg.

„Uns würde es ja schon reichen, wenn sich jemand um den Müll kümmert“, betonte Tupat. Auch könnten für größere Rasenflächen gegebenenfalls Geräte wie Rasenmäher von der Gemeinde bereitgestellt werden. Spielplätze, wie der an den Tennisplätzen, sind ein Eldorado für Hobbygärtner. Pate werden kann jeder, der Lust und Zeit dazu hat. Vorstellbar wären beispielsweise engagierte Eltern, Rentner oder gar ein Verein. Wer Interesse daran hat, kann sich bei der Gemeindeverwaltung (Tel. 0 23 52/9 38 30) melden.

Doch auch die fehlenden Kinder bereiteten den beiden Politikern am Donnerstag Sorgen. „Wir müssen für den Sozialausschuss ohnehin eine Erhebung machen, welche Plätze wie frequentiert werden. Manchmal macht es auch Sinn, Plätze zu zentralisieren. Lieber weniger, dafür aber gute Spielplätze“, sagte Jakoby. Vor einigen Jahren fielen dadurch bereits die Plätze Schultenwiese und Finkenweg weg.

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Spielplätze sind sicher, aber nicht sehr attraktiv

Die Spielplätze werden am Montag, 18. Mai, auch Thema im Sozial- und Kulturausschuss sein. Um 15.30 Uhr treffen sich die Ausschussmitglieder und interessierte Bürger dann am Amtshaus. Von dort aus werden in zwei Gruppen alle Spiel- und Bolzplätze in der Gemeinde besichtigt. „Schön wäre es, wenn dann auch einige Kinder auf den Plätzen wären. Gerne würden wir nämlich mit ihnen ins Gespräch kommen und hören, was sie für Wünsche haben“, sagte die Ausschussvorsitzende. - von Lydia Machelett

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