Großes Einsparpotenzial

Die Fusion der Bauhöfe ist abgeschlossen 

Bürgermeisterin Birgit Tupat steht vor einem Bauhof-Fahrzeug. Seit der Fusion kleben die Wappen beider Gemeinden auf den orange-gelbren Autos. Foto: Fischer-Bolz

Nachrodt-Wiblingwerde -  „Entgegen aller Unkenrufe kommen wir hervorragend miteinander klar“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat mit Blick auf ihren Amtskollegen aus Altena. Und Dr. Andreas Hollstein nickt schmunzelnd. „Wir haben uns kaputt gelacht über die Vorwürfe.“ Und so präsentieren sie in aller Einmütigkeit die interkommunale Zusammenarbeit der Bauhöfe – jetzt offiziell mit gemeinsamen Standort am Baubetriebshof Altena in der Brachtenbeck.

Seit 2011 vorbereitet, ist die Zusammenlegung wahrlich nicht aus der Hüfte geschossen. „Was lange währt, wird endlich gut“, ist Bürgermeisterin Tupat zufrieden mit dem Ergebnis, an dem viele Menschen mitgewirkt haben: Unter anderem Stefan Kemper, stellvertretender Verwaltungschef aus Altena, Bürgermeisterin Tupat, die beiden Personalräte, die Gemeindeprüfungsanstalt und die Kommunalberatung Rödl und Partner. Zudem gibt es einen Beirat, indem jeweils drei Ratsmitglieder aus beiden Städten sind. „Wir haben die Zeit gebraucht, um die Sache stimmig zu machen“, waren sich alle einig. Und die Akteure selbst? „Ich freue mich, wie gut das miteinander klappt“, sagt Betriebsleiter Volker Richter über die neuen Kollegen aus Nachrodt. Sie seien „eine Bereicherung.“

Nachrodt sei übrigens nicht geschluckt worden, wie manche befürchtet hätten. Und um ein „reines Zusammenschieben der Bauhöfe“ sei es auch nicht gegangen. „Wir wollen uns auch weiterentwickeln“, so Dr. Hollstein.

Sich aktiv einbringen

Tatsächlich könne man voneinander profitieren. Die Nachrodter, Spezialisten auch in der Grünpflege, könnten beispielsweise ihr Knowhow im zukünftigen Lennepark einbringen, während die Altenaer Fachleute bei der Straßenbeleuchtung seien, was Nachrodt zugute kommen wird.

Wichtig für den Bürger ist: Vielleicht wird er nichts von der Fusion merken. Denn die fünf Bauhofmitarbeiter aus Nachrodt, die jetzt ihren Dienstsitz gemeinsam mit den 29 Kollegen in Altena haben, machen aktuell die Arbeit, die sie auch vorher gemacht haben: in diesen Tagen zum Beispiel den Winterdienst in der Doppelgemeinde. Auch der Streuplan hat sich nicht geändert. Den Standard halten, das ist das erklärte Ziel, wobei durchaus daran gedacht ist, zukünftig von „einigen Bereichen die Finger zu lassen“ und fremd zu vergeben.

Feuerwehr soll Gerätehalle nutzen

Der Bauhof in Wiblingwerde ist derweil verwaist. Der Umzug ist geschafft. Die Gerätehalle soll für die Feuerwehr genutzt werden. Für den anderen Bereich gibt es noch keine Nutzungsidee. Die Einsparungsmöglichkeiten durch die Fusion liegen bei geschätzten 80.000 Euro, davon 40 Prozent für die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde. „Aber da ist noch Musik drin“, glaubt Altenaers Bürgermeister an eine größere Summe. Der Bericht zur Fusion wird am ;Montag, 15. Februar, während der Sitzung des Rates öffentlich vorgestellt.

Standesamt, Teile des Sozialamtes, die Sekundarschule, die Bücherei, jetzt der Baubetriebshof: In vielen Bereichen arbeiten die Nachbarstädte mittlerweile eng zusammen. „Und wir sind für weitere Schandtaten bereit“, sagt Altenaer Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Aktuell gebe es aber keine weiteren Fusionspläne.

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